Der Teufel späht unter die Bank mit einer Laterne, sieht ihn liegen, klopft ihm freundlich den Schnee ab: „Man soll’s nicht übertreiben, lieber Junge. Nun wird dir gleich wohler.“ Er führt ihn am Kragen. Strick, vergrämt über sein Pech, gerät in Zorn, weil der ihn duzt, verbittet sich das, macht sich schwer. Der andere näselt vornehm, daß er jetzt den feinen Mantel anhabe und die Mütze und die blanken Reitstiefel, und die beiden neuen Peitschen werde er sich auch behalten. Strick verlangt die Peitschen zurück, flucht, bis der andere ihn am Wege zur Parkstraße über die Bordschwelle hinwirft, schwörend, er werde noch den dusseligen Feuchtedengel holen, dann werde er ihnen die Suppe versalzen. Als die beiden an seinen Armen wackeln, bläkt und schimpft der Teufel, wer nur hier der feine Mann sei und wer der Prolet; wer anderen Leuten das Leben schwer mache; was seien sie beide für Lumpenbagage: der eine ohne Hut und im ungebügelten Paletot, daß man sich schämen müsse vor die Damens, der andere in Filzpantoffeln, im Portierpelz mit Mottenfraß und dabei noch mit zwei Reitpeitschen. Ohne Pferd und kann nicht mal hopp hopp machen.
Er hängt sie zum Austrocknen statt an einen Baum, wie sich’s gehört, an den Latten eines Zaunes auf, mit dem Blick auf altes Eisen, zerbrochene Kochtöpfe. Erst am Morgen nimmt er sie herunter. Da ist Strick ganz Gift geworden. Der Teufel prahlt keck, wie er mit ihnen des Wegs zieht: „Jetzt sind wir zu dreien. Kommt noch der Gendarm und will mich verhaften, nehm ich ihn mit und wir sind vier. Ich muß mich beeilen.“
Strick wiehert lachend: „Du Hund. Wenn Feuchtedengel nicht gewesen wäre, hättest du nicht mal mich gekriegt.“
„Was,“ faucht der andere, „Hund sagt der zu mir? Und das wollen Kavaliere sein? Ich hab’ genug.“
„Ich auch,“ höhnt Strick.
„Mein Arm,“ winselt Feuchtedengel, aufwachend, „wer soll mich verbinden?“
„Ich hab’ genug,“ brüllt der Teufel, läßt sie fallen, dreht sich um sich selbst, „haltet die Schnauzen!“
Stößt, auf der Allee stehend, mit den Füßen rückwärts, scharrt wie ein Pferd.
„Was macht er nur,“ denken die beiden im Schneehaufen.
Er bläst sich auf, der Mantel platzt, sein Bauch dringt vor, wird groß wie ein Globus, reicht rund herum vom Hals bis unter die Knie, seine Hose folgt, seine Weste gibt nach. Seine Arme stecken oben wie kleine Stiele in der Kugel. Bückt sich keuchend, langt sich den Doktor, der ihn anspucken will, läßt ihn auf dem linken Arm, der linken Schulter nach dem Hals zu rutschen. Zwischen Weste und Hals stürzt Strick kopfüber abwärts, die Beine ragen zuletzt heraus. Die zappelnden Pantoffeln reißt der Teufel ab. Rechts versinkt Feuchtedengel. Der Bauch weitet sich, wirft Falten, steht prall. Der Teufel bläst die Backen auf. Die Kugel dampft, glüht, versengt die Kleider, dunkelblaue Flammen schlagen heraus, stehen über ihr wie eine Glocke. Der Teufel holt Luft, zieht sich schnurrend zusammen, schüttelt sich. Asche, weiße Knöchelchen fallen von ihm ab.