Er kehrte zurück. Wieder führte er eine junge, fremde Frau auf sein Schloß. Diese hat kein Städter gesehen. Eines Morgens lag sie im schwarzen Reitkleid, den Schleier vor dem stolzen, weißen Gesicht, eine Gerte in der Hand, tot auf dem Hofe des Schlosses.

Im Volk, bei den Schiffern und Vorstadtarbeitern, munkelte man, wenn der finstere Baron im schwarzen Ledermantel vorüberritt. Die Kinder schrien vor ihm auf, schossen mit dem Katapult auf seinen Hengst.

Die Tochter eines Ratsherrn, ein schmächtiges, hellblondes Mädchen, sah ihm vom Fenster nach. Ihr traten Tränen in die taubengrauen Augen, wenn die Männer grimmig von dem schwarzen Ritter sprachen. Sie weinte in ihrem Zimmer um ihn, war eines Tages auf seinem Schloß und wurde seine Frau. Alle angstvollen Beschwörungen der Verwandten konnten dies nicht verhindern.

Scharen von tobenden Menschen aber wälzten sich über den dunklen Weg nach dem Schloß, noch ehe ein Monat verstrichen war, als man die Leiche des süßen Geschöpfes eines Abends an dem Tor des Schlosses nahe dem Weg zur Chaussee fand. Die Polizei umringte das Schloß, nahm den Baron in Haft. Das Gericht verfügte die Ausgrabung der beiden ersten Frauen, die genaue chemische Untersuchung der drei Leichen auf Giftstoffe. Die Analyse war ohne Ergebnis. Der Baron wurde auf freien Fuß gesetzt. Das Volk streckte die Hände nach ihm aus, wollte ihn zerreißen, als er zusammengesunken, den Revolver in der rechten Hand; langsam nach der Heide hinausritt.

Von nun an mied er die Stadt völlig. Hauste allein in der Heide. Nur sein Reichtum hielt die Dienerschaft im Schloß zurück.

Da landete eines Tages eine kleine Jacht vor der Stadt. Ein silbernes Horn blies über die Heide; Miß Ilsebill kutschierte ein Schimmelgespann durch die glatte Chaussee nach der Stadt. In dem Gasthof am Markt logierte sie sich ein.

Fragte den Wirt nach dem Baron Paolo und seinem verrufenen Schloß. Fragte zum zweiten, ob jetzt noch eine Frau bei ihm wäre. Fragte zum dritten, wo sie ihn sehen könne.

Bei den Rennen, morgen in Stirming.

Frühmorgens rüstete man das Gespann. Der Groom stieg auf den Bock. Auf dem Polster schaukelte Miß Ilsebill.

Die schnurgraden Alleen herunter sausten die Automobile. Lenkten in weitem Bogen vor das Portal der Rennbahn. Der Himmel stahlblau. Es wehte sommerliche Luft. Die Menschen drängten auf die Rennbahn, füllten die Tribüne um den weiten, grünen Rasen. Lärm der Stimmen und Gefährte brauste, ein Riesenvogel über die leere Fläche.