Wie Miß Ilsebill mit schaukelnden Hüften auf ihn zuging, kam er auf sie gewankt, taumelnd wie ein Kind, sah sie an derart schwermutsvoll und ohne Trost, daß sie sein Haar streichelte und in fesselloses Schluchzen ausbrach, als er an ihrer Brust zitterte. Sie stellte keine Frage an ihn; sie nahm heimlich einen Dolch von der Wand, versteckte ihn unter ihrem Kleid.
Miß Ilsebill ging nun in ihrem dünnen Kleid oft allein aus. Sie streifte bis an die Stadtmauer, brachte Paolo seltene Muscheln, blaue Steine mit, auch streng duftende Narzissen, die er liebte. Und auf einem Wege sprach sie in der Vorstadt einen alten Bauern, der erzählte, der Baron habe sich mit Leib und Seele einem bösen Untier verkauft. Er schüttelte den Kopf, als sie sagte, sie wohne in dem Schloß. Ob sie denn nicht wisse. Das mit dem Schloß, mit der Einöde, mit dem Felsen, dem Sumpf.
Was denn damit sei.
Habe sie nicht auch schon das Scharren und Kratzen gehört.
Kratzen? Kratzen nicht. Aber was sei damit.
„Ja, da liegt ein Untier, ein Drache. Das liegt da auf dem alten Meeresgrund. Das alte Meer hat es nicht mit fortgeschwennnt. Ein Unglück ist es, eine Gefahr für die Menschen, die heute leben. Es braucht Menschen.“
„Nein, lieber Bauer.“
„Nein, Miß Ilsebill. Warum sagt Ihr nein? Habt Ihr die Portugiesin gekannt und dann die andere und dann die von unserem Ratsherrn. Das waren drei Menschen. Drei, von denen wir wissen. Es sind viel mehr.“
„Und jetzt wird es mich holen.“
„Wer weiß, Miß Ilsebill. Wen der Drache anfällt, der muß ein gerade gewachsener Mensch sein. Ich kenne Euch nicht. Laßt Euch nicht in Versuchung führen. Die Heide ist ein Unglück. Man muß stark im Glauben sein. Und frei von den bösen Gelüsten. Ein schweres Ding. Den Ritter hat der Drache fast zerrissen, die Frauen hat er getötet.“