Der Steinschneider war ein verschlagener, geldgieriger Mann, der dem Prinzen große Summen in dieser Sache erpreßte. Als er den Eindruck gewann, wie schwierig die Angelegenheit war, begann er an dem Erfolg des Unternehmens zu zweifeln, hielt die Pei für eine Geldschneiderin wie sich selbst und suchte sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die Dame Pei krümmte sich vor Wut, als er vorschlug, den Prinzen noch einmal gründlich anzuzapfen, dann wolle er sie heiraten und mit ihr in seine Heimat nach Schan-si gehen. Zurückgewiesen und hart vor den Kopf gestoßen plante er Rache.

Bei der Herstellung einer steinernen Girlande an der Front eines Pavillons am südlichen Lotosteich vermißte er angeblich eines Tages ein Stück Jade von bedeutender Größe. Er erstattete dem Oberaufseher der Bauarbeiten Meldung, der die Untersuchung energisch in die Hand nahm. Der Steinschneider erklärte, es wäre möglich, daß der Stein schon seit Monaten verschwunden sei. Da erhielt er auf der Stelle Prügel für seine Unachtsamkeit, und nun erst in seinem Schmerz bemerkend, wie dumm er die Sache angestellt hatte, so daß er schon im Beginn bestraft wurde, gestand er schreiend die ganze Verschwörung.

Die Jadepuppe wurde ausgegraben unter dem Entsetzen der Hofbeamten, die die Sache zu vertuschen suchten.

Den Erdboden unter der Thuje fand man gelockert; wenig tiefer dringend stieß man auf eine eigentümliche Höhlung wie eine Luftblase und auf deren Grund lag die Puppe; die Bretter in der Mitte gesprengt und nach oben verbogen; die Puppe, die Hände vor den Mund geschlagen, sitzend vornüber gekrümmt. Weiße Maden bedeckten sie, als wenn sie ein Leichnam wäre.

Man fahndete nach den Damen Pei und Jing. Beide waren flüchtig.

Den Prinzen Mien traf man in seinem Palaste an; auch er suchte zu entkommen. Nachdem ihm von dem Minister der Strafen, der die Untersuchung übernommen hatte, bedeutet war, daß er sich bis zum Entscheid des Kaisers in seinem umstellten Palaste aufzuhalten habe, brüllte er, fast platzend vor Wut, von wem der Minister zu solcher Maßnahme gegen einen kaiserlichen Prinzen autorisiert sei. Auf die kalte Antwort des Ministers, er übernehme die Verantwortung, hieb der tobende Mann ihm mit seinem Prunksäbel gegen den Kopf, so daß die Mütze mit der Pfauenfeder herunterfiel. Die Palastwachen stellten sich vor den Angegriffenen; der Prinz trat, beschimpfte sie in widerlicher Weise, ohrfeigte andrängend den Hauptmann, der sich nicht wehrte. Dann zum Fenster hinausblickend und die starke Besatzung vor seinem Haus bemerkend, zog er sich still mit giftigen Augen in sein Schlafzimmer zurück, atmete Goldplättchen ein und erstickte.

Zur Zeit, als Khien-lung den Taschi-Lama in Jehol empfing, kam der Prinz Mien-kho so um. Die Untersuchung wurde auf Befehl des Kaisers weitergeführt und ergab den dringenden Verdacht einer Beteiligung der Prinzessin und des Prinzen Pou-ouang.

Diese Nachricht war es, die den Kaiser, dem die Beruhigung seiner Ahnen durch Sühnung des Verbrechens von Yang-chou fehlgeschlagen war, in Jehol erreichte und seiner Seele einen grausamen Stoß gab. Briefe von Kia-king kamen an, in denen der Prinz ihn tröstete, von seiner grenzenlosen Zugeneigtheit zu seinem Vater sprach, bat, bittere Mißverständnisse aufklären zu lassen oder zu vergessen. Khien-lung, von der Idee besessen, bald sterben zu müssen und ungereinigt vor seinen Ahnen zu erscheinen, erreichten diese Tröstungen nicht. Er rang um seine Stellung unter seinen Vätern wie nie um ein Land. Er sah sich von rechts und links verlassen; manchmal glaubte er vom Lande ausgespieen zu sein; meistens stand er allein auf einem mächtigen Steinacker und kämpfte gegen die Gespenster, vor denen alle flohen.

Er erfuhr, daß Tschi-li in Flammen stand unter dem Aufruhr. Er sah der Empörung mit einer kalten Ruhe ins Gesicht. Was er wollte, erfuhren seine Begleiter später als die Hofbeamten in Pe-king, wohin Khien-lung Briefe schickte, auch einen kühl dankenden an Kia-king: der Kaiser verlangte rasch nach Pe-king zurück, um den Taschi-Lama vor seiner Heimreise nach Tibet noch einmal zu sprechen.