Es gelang Kia-king, dem Kaiser die Puppe aus dem Arm zu drehen, sie in das Loch fallen zu lassen.
Der Kaiser machte ein feierliches Gesicht, über das sich eine Erwartung spannte. Er sah gerade aus zu den Marmorpfosten seines Palastes herüber, ein verzücktes Hinhorchen, ein dankbares Neigen des Ohrs zu schwer hörbarem Geräusch.
Er wiederholte flüsternd: „Begleite uns herüber, lieber Kia-king, in unsere Wohnung. Wir werden deine Freundlichkeit nicht vergessen.“
Sie wechselten kein Wort mehr. Sie schlugen die Richtung nach dem Wohnhaus des Kaisers ein über die Marmorbrücke. Khien-lung aber wandte sich plötzlich nach der tönenden Gästehalle. Auf halbem Wege kehrte er um und folgte Kia-king.
Immer langsamer ging der Kaiser, je näher sie seinem Palaste kamen, vor dem die weißen und gelben Laternen brannten. Des verwirrten Kia-king Abschiedsgruß und Verbeugungen übersah er. Auf der Schwelle bückte sich Khien-lung, als wenn er unter etwas hindurchginge.
In dieser Nacht, die wieder eine Neumondnacht war, schlief Kia-king unruhig. Er träumte so wild, daß er schon um die dritte Nachtwache es auf dem heißen Ofenbett nicht mehr ertragen konnte, heruntertaumelte und sich in einer halben Schlaftrunkenheit ankleidete im völlig finsteren Zimmer. Erst als er völlig angezogen war und im Zimmer, auf den Tischen nach seiner Mütze suchte, kam er völlig zu sich, im Gefühl eines klebrigen zu hohen Gaumens, an dem er schnalzte, stand da und wunderte sich, warum er sich mitten in der Nacht angezogen hatte.
Er saß eine kleine Weile so im Finstern, ging ein paarmal zwischen Vasen, die am Boden standen, hin und her, verließ in einer plötzlichen Unruhe das Zimmer, und stand auf dem vorderen Hof.
Im Wachtelstall, dessen Umrisse er unsicher erkannte, gurrte und scharrte es, ein feuchter kalter Nachtwind fegte von Zeit zu Zeit durch die weiten Parkanlagen der Roten Stadt, die in einer solchen furchtbaren Dunkelheit lag, wie Kia-king nie gesehen hatte.
Sein Herz klöppelte und fauchte dünn; er wußte nicht, warum er hier stand und warum er die Baumwipfel betrachtete.
Er drehte sich langsam, um in sein Zimmer zurückzugehen, aber nach ein paar Schritten bemerkte er, daß dies nicht sein Plan war und daß er lieber hinausgehen wollte in den Park unter die Wipfel, um sich von seiner Unruhe zu entlasten.