Er schlurrte langsam durch das Hoftor auf den Weg. Die Kiesel knirschten unter seinen weichen Sohlen; er ging seitwärts auf den Rasen, um kein Geräusch zu machen; denn seine Schritte ängstigten ihn. Es ängstigte ihn, daß hier im Finstern einer ohne Begleiter schlich; und er wunderte sich dabei, wie es kam, daß dieser sich keinen Begleiter mitgenommen hatte.

Kia-kings Unruhe wuchs beim Vorwärtsschreiten; sie nahm bei jeder Wendung des Weges zu. Er wußte selbst nicht, nach welchen Grundsätzen er den Weg wählte. Er glaubte bei jedem Häuschen, das zwischen den Bäumen auftauchte, da zu sein; er wußte nicht recht wo, aber er war noch nicht da. In seiner großen Erregung seufzte er und rieb sich mit beiden Händen die Backen.

Die Wege lichteten sich; an riesigen schwarz fingernden Brunnen tastete er sich entlang. Da stand er plötzlich in sich geduckt da, die Arme wie ein Schwimmer zum Hals angezogen, die Augen zusammenkneifend.

Eine schwarze Erscheinung kam rasch über den Weg hergelaufen, er konnte sie nur an der gleitenden Bewegung erkennen; sie wollte an ihm vorüber, sie war schon vorbei. Da lief er hinter ihr her, erreichte sie in vier Sprüngen, hielt sie fest.

Es war eine Frau mit aufgelöstem Haar, die den Kopf gegen seine Brust stemmte, um ihn wegzustoßen.

Sie flüsterte: „Was hab ich dir getan?“

Er schlug ihr ins Gesicht, rang mit ihr zu Füßen einer Zypresse. Jetzt erkannte Kia-king, daß er in die unmittelbare Nähe des kaiserlichen Wohnhauses gekommen war.

Er keuchte ihr zu: „Dämon, wo warst du? Was hast du vollbracht? Nenn deinen Namen!“

Sie biß ihn in den Finger, sah ihn tückisch von unten an. Er warf das Gespenst gegen eine Baumwurzel; ohne daß es ein Geräusch gab, sie hielt sich an seinen Beinen fest.

Er konnte sie nicht bewältigen, und wie er ihr tückisches Lächeln bemerkte, fuhr ihm ein Grauen über den Rücken, daß er sich mit wilden Fußtritten von ihren Händen befreite, die Frau warf sich kreischend beiseite. Kia-king faßte nach ihrem Gürtel, da hatte sie einen festen Strick hängen, den sie ihm zu entreißen suchte. Aber rasch hatte er sie aufgestellt, ihre Hände in einer Schlinge gefangen und rannte in großen Sätzen, die leicht wimmernde Frau hinter sich, nach dem kaiserlichen Wohnhaus, das in die tiefste Finsternis eingesunken war, band sie, die sich sträubte und geiferte, mit Händen und Füßen an den Steinpfosten fest, die zum Fesseln der Elefanten dienten, blieb zitternd an der Türe stehen.