Auf den Korridoren rumorte es; Lichtschimmer durch die Türspalte. Waffenklirren. Aufspringen der Türe. Der anschwingende Eunuch riß sie auseinander, löste ihre Finger, hob Kia-king an und fuhr ihm mit der geballten Faust in den Rachen. Zurückprallend beim Blick der erstickenden Augen erkannte der Mann Kia-king. Um Khien-lung, der sich wälzte, zwei Wachen. Der Prinz, ächzend, orientierte sie mit atemlosen Silben.

Der Kaiser brüllte auf dem Teppich, mit den Armen nach Kia-king greifend, schluchzte, jammerte, zeigte seine zerrissene Perlschnur: „Mörder! Meine Halskette wirst du mir wiederbringen. Haltet ihn fest!“

Schnappend tastete sich der Prinz an die kühle Luft.

An dem Steinpfeiler fand er den Strick angebunden, genau solch Strick, wie Khien-lung um den Hals trug; in der Schlinge steckte ein trockener vielzweigiger Baumast. Der Dämon hatte sich schon verwandelt.

Der krankhafte Zustand, in den Khien-lung verfallen war, dauerte zwei Wochen. Während dieser Zeit wurde der Knebelbart des Kaisers völlig weiß, sein Gesicht wie eine Mumie.

Als er genas, saß Kia-king bei ihm; der Kaiser erinnerte sich nicht an die Vorgänge der Nacht.

Der Schnee tanzte über der Purpurstadt; der Kaiser nahm wieder die Regierung in die Hand. Da sprach er in einem der riesigen Treibhäuser unerwartet einmal über die Sektenangelegenheit mit seinem Sohne.

Kia-king, völlig über die Entwicklung des letzten Sommers orientiert, schwoll von Vorwürfen gegen die Bündler über, die das Land zerrütteten und verarmten.

Khien-lung äußerte mit der Apathie eines Verfallenen, daß sich die Ahnen schlecht über ihn ausgesprochen hätten, daß der lamaische Papst nicht hätte raten können und wie schwer die Angelegenheit sei.

Da beschwor der Prinz seinen Vater, indem er ihn aus der Nähe des heißen Ofens führte, sich zu erinnern, wodurch sich das Reich unter seiner Regierung ausgedehnt hätte, ob durch Milde oder kriegerische Strenge, daß Kung-tse und andere Weisen Duldung empfohlen hätten, nicht aber gegen Rebellen. Ja es mache sich der Herrscher eines Verbrechens gegen seine Untertanen schuldig, der nicht Rebellen, welcher Art sie seien, mit dem Schwert und Beil niederschlüge.