„Wang, hat dich einer geholt?“

„Es ist gleich; ich bin gekommen. Die Mühle stand so. Ma-noh hatte es noch nicht fertig gemacht. O wie habe ich diesen Mann beneidet; er war kein Priester; er hatte viel mehr Mut als ich, obwohl er kein Schwert angerührt hat. Ich diene. Er hat rasch alles getan, während ich lief, Hilfe suchte, die Wasserlilie anrief. Seinen Bund geschlossen; gelitten, was ich voraus wußte; dann den Sprung getan, sein Königreich gegründet. Es ist schon alles geschehen.“

„Wir werden alle untergehen und unsere Westliche Heimat gewinnen.“

„Ich möchte noch einmal nach Nan-ku gehen oder nach Tsi-nan-fu und mich besinnen.“

Wang blitzte Ngoh an: „Oder ich versuch es doch? Wer weiß vorher, was möglich ist? Die Fische springen eben hoch und gleich ersticken sie im Netz. Ma-noh war vielleicht nicht gut; man muß Waffen tragen, Pferde haben, Städte haben.“

„Ja, so, so hast du recht, Wang. Wolken und Wasser sind Unglück. Wir brauchen Hoffnungen.“

Wangs Oberlippe zuckte böse. „Feinde brauche ich, Ngoh, — will ich, will ich. Ich ersticke noch nicht im Netz. Ich tu dem Kaiser nicht die Freude. Der Kaiser ist der Feind. Man läuft nicht nach dem Westlichen Paradies wie ins Theater. Ich hab es mir zu leicht gedacht. Die Westliche Heimat liegt auf dem Kun-lungebirge hinter Klippen und Eis, oberhalb aller Wolken und Wasser!“

„Ja, das ist alles gut.“

Näher trommelte das Lachen unter Wangs Stimme. „Hinter Pe-king liegt das Westliche Paradies. Wir sind so viele, das ist unser Unglück gewesen. Wären bloß du und ich und zehn andere, so wäre uns nichts geschehen. So waren wir Tausende und Tausende sind schon tot, und der Kaiser hat Angst vor all den Schatten. Daß sich aus seinen Provinzen Tausende zusammenballen und dem Wu-wei angehören wollen, frißt ihm an der Milz. Und mir speist es das Herz.“

Er prustete schadenfroh, schallend heraus. Er stocherte dem träumerischen Ngoh vergnügt in die heißen Backen, unter die ratlosen Augen, sang aus offenem Halse durch das Haus.