„Was redest du, Hai-tang? Hier im Haus haben sie gesessen, jetzt sind sie — wo? Räche dich, wenn du im Käfig sitzst.“

„Tang-schao-i ist ein Betrüger. Er glaubt nicht an dich; er fürchtet für sich; er hat den Rebellen diese Schandtat ermöglicht, mit dir will er es nicht verderben. Die seidene Schnur ist für ihn.“

Chao öffnete das Fenster; die Ulmen standen mit spärlichem Laub gegen den roten Himmel; laue Luft wehte herein; plötzlich süßes Singen aus dem Garten.

Hai-tang trippelte neben ihn an das Fenster: „Das Kind singt“, sie bog entzückt den Kopf auf die linke Schulter. „Warum haben wir die Zeit der Pfirsichblüte versäumt, als Juen-chings Eltern fragten wegen der Heirat? Sie wäre nicht mehr bei uns.“

„Ich will das zarte Kind noch behalten.“

„Aber jetzt wünscht Chao-hoei auch, er hätte sie verheiratet zur Zeit der Pfirsichblüte. Sie werden noch kommen, die Verbrecher, dich fesseln, die Sklaven fesseln, mich fesseln, das Kind entführen. Sie wollen sie stehlen, sie werden sie stehlen, o wenn Nai nicht mehr bei uns wäre!“

„Still, Hai-tang, das Kind hört dich. Sie singt wieder. Das Haus ist gesichert. Meine Wache verdoppelt. Die tollen Hunde werden nicht noch einmal auf meinem Hofe bellen. Ich werde Tang-schao-i einsperren lassen. Das Grinsen werde ich dem Gauner vertreiben.“

„Was nützt Tang-schao-i mir? Wenn du siebzig einsperren läßt, kommen siebenhundert neue. Das Kind singt. Wie lange wird es singen? Wo soll ich es hinbringen? Hoei, was soll mit meinem Kind geschehen?“

Hai-tang saß auf der Matte, wiegte sich weinend. Die Tränen verwischten die roten Schminktupfen ihrer runden Wangen. Gefärbte Tränen tropften schmierig vom Kinn auf das hellblaue Oberkleid: „Für wen hat Wang-lun geworben?“

„Wang-lun? Für einen Mingprinzen, es ist lächerlich, den er nicht beim Namen nannte. Er gab zu verstehen, welche Gnade der Mingprinz übe, indem er eine Mandschutochter heiraten wolle. Wir wollen nicht davon sprechen.“