Die Berittenen und Soldaten des Hochzeitszuges, zusammen mit Chao-hoei an die Hinterwand des Hofes gedrängt, dessen Tor zum zweiten Hof sie nicht öffnen konnten, fällten luftschnappend ihre Hellebarden bajonettartig. Die Berittenen spornten die Flanken ihrer geputzten Pferde, die von dem Gejohle scheu gemacht, sich auf den Hinterbeinen aufrichteten, mit ihren Hufen die Menschen niederschmetterten, auf den Körpern ausglitten, niederstürzend Männer begruben. Im Moment war der leere Raum von fallenden, anklammernden, brüllenden Menschen bedeckt. Vor den Hellebardenstößen suchten die vordersten auszuweichen. Auf die rückwärtsstehenden aufgemauert krümmten sie sich, die Leiber einziehend; sie wurden von der Menschenmenge, die sich wie eine Gasblase ausdehnte, auf die Spieße geschoben, wenn sie sich nicht hinwarfen und von dem Zentnergewicht der Pferde und Menschen ersticken und zersplittern ließen.
Chao-hoei kehlte heiser im Winkel nach der Sänfte seiner Tochter. Der letzte Berittene rief zurück, daß er einen roten Tuchhaufen und zerbrochene Holzstangen in der Mitte des Hofes sähe, bevor er die Arme aufwarf, seitlich mit seinem von unten aufgeschlitzten Tiere abkippte. Die Hellebarden der Soldaten niedergetreten, die Blaujacken umfaßt und verschlungen, zerrieben von der mit sich ringenden Menge.
Mit Krach barst das überlastete hintere Tor. Die Eingeklemmten, Chao-hoei, taumelten, flogen rücklings über den zweiten Hof.
Auf der Straße, in der Mitte des Vorderhofes, bekamen die Männer die Arme frei. Jetzt sah man zwischen sich die Zertretenen und Erstickten.
Horden von kräftigen Männern, an mehreren Stellen im Gedränge arbeitend, schrien mit verbissenen Gesichtern: „Auf die Präfektur! Die Soldaten nieder!“ Dolche, Messer, Schwerter schwangen sie. Sie spannten und knickten die Menge auseinander auf der Straße: „Die Soldaten morden uns!“
Bürger, der Liegenden, Niedergeschlagenen, Aufgespießten ansichtig, stimmten, die Augen verdeckend, besinnungslos in den Ruf ein. Über die Nachbarstraßen flackerte das entsetzte Geschrei. Gruppen rennender und tobender, blutender, zerrissener, wutgetragener Männer und Frauen schlossen sich zusammen. Überall krachten die eingetretenen Haustore auf unter den Fußstößen der „Mord! Die Soldaten morden uns!“ Heulenden.
Die Straßen lagen im Dunkeln.
Aus allen Straßen schäumte es.
Die fernere Stadt erwachte. Über den Präfekturmarkt hallten die Schreie zuerst. Einzelne Menschen schossen wie Bälle aus den Seitengassen. Dann warfen die Straßen größere Fetzen einer Menschenmenge über den ungeheuren Platz. Schließlich stand diese Menge selbst, gleichzeitig aus allen umliegenden Straßen aufwachsend, ein tausendarmiger Buddha schwarzen Gesichts vor der stummen Präfektur, dem Gefängnis, der Stadtkaserne.
Trübe Laternen glommen verstreut, schwammen wie Boote über eine Brandung. Die stummen Gebäude umgürteten den rotäugigen Buddha, dessen Leib schwoll; sie stachelten in seine Haut. Die Fackeln näherten sich, gierige Wölfe den Höfen, den Torhäusern der Präfektur.