Die Lumpen drängten sich zitternd in den Häusern. Die rohen Gesellen umarmten und streichelten sich. Die Starken und Schwachen befiel ein Schütteln. Sie brachen in ein dumpfes Greinen aus, von dem sie sich nach Stunden noch nicht erholten. Sie schlangen flennend herunter, was sie vorfanden. Es wurde keiner in den Häusern angerührt von ihnen.

Als die Dunkelheit herunterfiel, gingen zwanzig von den jüngeren Burschen von Haus zu Haus, verteilten Beile, Dreschflegel, bestimmten Nachtwachen.

Es wurde von der Bande geplant, solange die härteste Kälte anhielt, im Dorf zu bleiben, dann gemeinsam auszuziehen. Die Hausbewohner wurden davon verständigt; an den Ortsvorsteher konnte keine Nachricht erfolgen; er war mitsamt seiner Familie erschlagen.

Man hatte nichts zu fürchten von Verrat während dieser Zeit, der nächste Ort lag sechs Stunden entfernt, und der Weg ungangbar.

Einen ganzen Monat lag das Dorf von jedem Verkehr abgeschnitten. Eine Verbrüderung fand unter den Banditen statt. In der Zeit erlangte Wang über die hundert Männer die Gewalt, die ihm die Rolle des Bandenführers aufnötigte. Bei den täglichen Streitigkeiten, der Regelung des Verkehrs mit Ansässigen, der Beaufsichtigung, dem notwendigen Kundschafterdienst setzte sich seine Körperstärke und schonende Diplomatie durch; die Achtung der älteren Leute schob ihn vor.

Schon nach zwei Wochen besprachen die Wegelagerer unter sich, nach Auszug aus dem Dorf nicht auseinanderzugehen, sondern ein bequemeres Leben unter Wangs Hauptmannschaft weiterzuführen. Wang trennte sich eines Morgens von ihnen, verschwand auf zwei Tage ins Gebirge.

Er lief zu Ma-noh, fand ihn munter, unter Massen Decken und Werg vergraben, in einer Ecke seiner Hütte grinsend liegen, brachte ihm Reis, Bohnen und Teeblätter.

Nach seiner Rückkehr sprach er Tage und Nächte viel mit den Älteren. Daß sie arme ausgestoßene Menschen seien. Daß man ihnen nichts tun dürfe, wie sie selbst keinem etwas täten. Daß nichts schrecklicher sei, als wenn Menschen sich töteten, und der Anblick nicht zu ertragen. Ma-noh, der Einsiedler aus Pu-to-schan, habe ihm viel Gutes und Kostbares von den goldenen Buddhas erzählt, besonders von der Frau Kuan-yin, welche tausend Arme an beiden Schultern hätte und den Weibern Kinder schenkte. Sie seien seine Freunde und sollten tun wie er. Soviel Leiden bringe schon das Schicksal allein, soviel Leiden; warum sie der Himmel hasse, wer wisse das? Er werde, wenn das strenge Wetter nachließe, durch die Dörfer gehen und allen Leuten, auch den Mandarinen sagen, was er denke; dies sei er fest entschlossen.

Die Vagabunden, die ihn von den Pochwerken her kannten, erstaunten keineswegs, als sie Wang so reden hörten; sie hatten solche Gespräche aus seinem Munde erwartet. Sie dachten nicht daran, sich von ihm abzuwenden; seine Meinung stimmte völlig mit ihrer überein; der Himmel haßte sie; man durfte es nicht schlechter machen.

Sie waren gesellige Menschen mit besonderen Vorstellungen über allerhand Dinge, mit großer Lebenskenntnis, in vielen Dingen überlegen dem Durchschnitt ihrer Volksgenossen. Es gab kaum fünf unter ihnen, die sich nicht verjagt und getreten vorkamen und den Eindruck hatten, ein unfreies, gezwungenes Leben zu führen.