„O, ich fürchte mich nicht, denn die Männer, die lauschen, sind meine Brüder.“

„Du hast uns Feigenkisten geschickt und Briefe hineingelegt. Wir haben dir Briefe geschrieben. Du hast dich durch dein Schwert legitimiert. Was willst du?“

„Ich irre mich doch nicht, Generäle, wenn ich zu wissen glaube, was Ihr wollt. Hier im Distrikt. Ihr wollt nach Yang ziehen, nachdem Ihr gesiegt habt, und wollt die Gebrochene Melone und meinen früheren Bruder Ma-noh ausrotten und vom Boden vertilgen.“

„Dies wird noch vor dem Vollmond geschehen sein.“

„Wang zweifelt nicht an der strategischen Tüchtigkeit der alten Herren und der Kriegsbereitschaft ihrer Truppen. Er glaubt an das Schicksal, das Ma-noh herausgefordert hat und das sich an ihm entladen wird. An ihm und nicht weniger an Euch, ein Jahrzehnt früher, ein Jahrzehnt später. Ihr werdet also die Gebrochene Melone und Ma-noh ausrotten?“

„Du hast es gehört. Der höfliche Mann, der bedauert, uns nicht bei unserem Eintritt in seine Heimat begrüßt zu haben, hat noch nicht erklärt, warum er sein Schwert und Briefe geschickt hat.“

„Ihr werdet also die Gebrochene Melone und Ma-noh ausrotten. Sie sind zwar besser als ihr und werden euch in höheren Gestalten bei den Wiedergeburten überleben. Aber das nutzt für den Augenblick nichts. Ihr seid fünftausend Mann, tragt starke Waffen; sie rühren keinen Bogen, keinen Stock, keinen Stein an. Ihr habt den Mut, die wehrlosen Brüder und Schwestern niederzumachen, wo sie ihre Verbrechen hundert- und tausendfach gebüßt haben. Ihr wißt, wer schuld daran war, daß sie das Kloster beim See einnahmen; es ist den kundigen Herren nicht unbekannt, wer die Mördertruppe ausgerüstet hat, die die Gebrochene Melone am Tai-han überfiel. Auch ist den hohen Feldherren nicht unbekannt geblieben, welcher Präfekt es war, der die Polizeimannschaften und Gendarmerie hinter der Gebrochenen Melone her nach dem Kloster zu schickte, um, ja warum? Denn die Brüder und Schwestern haben keinen überfallen. Sie haben den Hals hingehalten für die feigen Schwerter. Und so haben sie in den Gebetshallen des Klosters gesessen, das der Chan-po freiwillig überlassen hat angesichts ihrer Not, und haben sich schmoren, braten, rösten, sieden lassen von den Polizeimannschaften, welche der Präfekt zur Aufklärung des Blutbades am Tai-han abgesandt hat. Was soll nun jetzt geschehen? Sie haben sich von den Rebellen im Distrikt fortreißen lassen; sie hätten nicht verzweifeln sollen, sie hätten sich morden lassen sollen, denn die Verzweiflung lockt noch das Schicksal herbei. Sie haben es büßen müssen. Ich denke, Wang-lun aus Hun-kang-tsun denkt, es ist nun genug. Es ist genug Schicksal gespielt, weise Herren. Ketzereigesetze begründen keinen Mord und Totschlag, begründen sie nicht ausreichend. Das Land ist friedlich, sucht euch Feinde, wo ihr wollt, nicht in meiner Heimat, meine Herren Gäste.“

„Unser gütiger Wirt hat gewiß eine große Armee hinter sich, daß er so absprechend über uns Fremde redet. Aber er überschätzt uns noch. Wer sind die winzigen Tiere, die vor ihm sitzen? Sie haben Befehle vom Ministerium in der kaiserlichen Stadt, sie haben Aufträge vom Tsong-tu von Tschi-li. Sie könnten alles billigen, was der gütige Wirt sagt, der uns nicht ehren will, indem er sich zu uns setzt. Sie haben jeder beschriebene Papiere in der Tasche, die einen stärkeren Pulsschlag treiben als ihr eigenes lebendiges Herz.“

„Die Herren sind nicht kriegerisch, Wang-lun ist nicht kriegerisch, nur die Papiere sind kriegerisch. Aber ich weiß, daß auch die Papiere nur kriegerisch sprechen gegen Feinde. Wenn also die Gebrochene Melone aufhört, Feinde eurer Papierstreifen zu sein —.“

„Das werden sie in dem Augenblick sein, wo sie aufhören zu existieren.“