„Oder wo sie sich auflösen und sich vom Volk nicht unterscheiden. Dazu habe ich meine Boten mit den Feigenkisten an die alten Herren geschickt. Ich will euch fragen: habt ihr Befehle in euren Gürteln zu siegen oder die Gebrochene Melone auszurotten?“
„Nach unserem Papier und unserer eigenen Meinung ist das noch immer dasselbe.“
„Ich will mich nicht zu euch setzen, damit ihr nicht glaubt, ich käme in Freundschaft zu euch und bäte euch um etwas. Es ist eben nicht dasselbe, wie euer vorgerückter Scharfsinn erkennen muß. Ich bin nicht befreundet mit der Gebrochenen Melone; aber ich will den Gehetzten, Irregeleiteten das Äußerste von euren Metzgersoldaten, euren privilegierten Henkern ersparen. Sie sollen aufhören zu sein. Sie sollen die höheren und höchsten Dinge nicht erreichen, nachdem sie sich haben irreleiten lassen. Und euch muß es damit genug sein.“
„Woher hat Wang-lun die Kraft das zu tun, was er verspricht? Und wenn er die Kraft hat, warum hat er sie nicht früher angewendet? Dann hätte er nicht jammern brauchen über das Blutbad, den Klosterbrand, hätte uns die Anklagen ersparen können.“
„Ich stehe nicht über dem Schicksal. Ich verspreche euch nicht zu viel und nicht über mein Vermögen: ich kann jetzt, in diesem Augenblick, eingreifen. Ihr werdet sehen, wie es ablaufen wird. In drei Tagen will ich den Weg meiner Kraft abgemessen haben. Ich werde dann wieder vor den vier alten Herren, meinen willkommenen Gästen, an dem Türpfosten hier stehen und berichten.“
„Solange werden wir jeden Truppenmarsch verzögern, willst du? Man hat uns berichtet, Wang-lun, daß du große, das Volk sagt überirdische Mächte besitzst. Wie diese sich betätigen können bei der Niederlegung einer Festung, soll die geübten Soldaten interessieren. Ich werde dir unsere Beschlüsse mitteilen. Wir werden an dich keine Zeit verlieren. Das könnte uns den Kopf kosten, und der ist uns mehr wert als das Westliche Paradies. Wir werden bis zu einem bestimmten Punkt, den du in zwei Tagen erkennen wirst, die verfügbaren Truppen rings um Yang-chou-fu ziehen, wir werden aber nicht vor Ablauf des dritten Tages zum Sturm übergehen. So haben wir dir und uns nichts vergeben. Stehst du am vierten Tage an diesem Türpfosten da und berichtest uns, was wir dann schon wissen, so werden wir etwas gelernt haben.“
„Wang-lun hat von den alten Herren nicht mehr verlangt. Er wünscht, daß man ihm am äußeren Tor sein Schwert in einer Feigenkiste zurückgibt.“
Die Generäle standen auf. Wang machte mit seinen langen Armen eine ablehnende Bewegung und sprang die Treppe hinunter.
Das Tor der mongolischen Stadt von Yang stand den Tag über sechs Doppelstunden offen. Das Haus des Ma-noh lag in einem Winkel des riesigen grasbewachsenen Marktes. Am Abend des zehnten Tages ihres Aufenthaltes in Yang, einem regnerischen Spätherbsttage, bückte sich der wachetuende Bruder unter den Türrahmen, rief in das reglose Haus hinein, ein Mann wolle Ma-noh sprechen.
Wang-lun warf im halbdunklen Zimmer Strohhut und Strohmantel auf die Erde, halste sich das Schwert ab, begrüßte mit Verneigung und Händeschwingen Ma-noh, der auf einem Schemel saß und ihm gleichmütig zunickte.