auch, mein Herr, es ist vielleicht Gewohnheit, ich mache mich gewiß lächerlich.“ Darauf entstand eine Stille zwischen ihnen, weil der Kaplan sich nicht wieder in die Höhe richtete, sondern immer die Parkettfugen studierte. Robert schnüffelte, schüttelte, immer mehr belustigt, den Kopf; er knipste an seinen Manschetten: „Aber das ist ja zum Totlachen, Herr Kaplan, oder wie nennt man Sie. Da gehen Sie auf die Straßen, wie so, na, ich will mal sagen, ein Flaneur, und werfen Ihre Blicke um sich auf die Töchter des Landes.“ „Ich freute mich über Mademoiselle Dufoult und war glücklich, sie kennen zu lernen.“
„Sie sind ja ein großartiger Mensch. Wirklich, Sie gefallen mir außergewöhnlich. Man soll niemals sagen, daß es irgend etwas im menschlichen Leben nicht gibt.“
Der Kaplan ließ einen verehrenden Blick auf dem breitbrüstigen Herrn liegen.
„Sie sind solch rüstiger Mann, mein Herr. Ich bewundere Sie; Sie scheinen wie aus Eisen geschnitten.“
„Na, ich danke. Hab gedient: bin noch halber Soldat!“ Er legte die Hände auf seine Knie: „Menschenskind, nun sagen Sie, was machen Sie hier? Störe ich etwa jetzt, Sie und dich, Alice?“ Er lachte und prustete gewaltig. Sie schwankte zwischen entrüsteter Haltung und Vergnügen; ihre feine lange Nase bog und streckte sich:
„Robert, nimm dich doch etwas zusammen.“ Sie konnte nicht weiter, platzte heraus in ihr Taschentuch.
„Soll ich rausgehen, Alice, ja?“ Er quietschte schon. „Aber ich kann doch durchs Schlüsselloch gucken? Entschuldigen Sie, Hochwürden, die Sache nimmt mich gewaltig mit.“
Der Kaplan lächelte freundlich von einem zum andern, zog sein Fauteuil ganz an den Tisch: „Lachen Sie doch, wenn es nur auf meine Kosten ist. Ich bin gern unter fröhlichen Menschen.“
Der neben ihm schrie aus vollem Hals: „Gotteswillen, du mußt mir den Kragen aufmachen, Alice, den Schlips.“
Sie wälzte ihr Gesicht auf dem Tischtuch: „Ich kann ja selbst nicht. Hochwürden muß eine schöne Meinung von uns kriegen, Robert.“