„Gern, ich stelle mich Ihnen gern zur Verfügung. Erzählen Sie mir von der Dame, welche Situation vorliegt. Lassen Sie sich die Besprechung doch nicht schwer werden.“
„Nee, kommen Sie mir nicht mit Situation und Dame und so, lieber Herr. Sie sollen mir das Mädchen abnehmen, wenn ich’s denn mal rausbringen soll!“ „Wie meinen Sie?“ „Scheußliches Wort, ja, abnehmen. Das Drum und Dran der Geschichte können Sie sich allein denken. Aber Sie sind Menschenfreund und mein Mann.“ „Ach, was soll ich mit dem Mädchen machen, Herr von Wahlen; ich tue Ihnen ja gern jeden Gefallen.“ „Nur keine Angst, Herr Kaplan. Sie beißt nicht. Ich muß das von Ihnen verlangen. Sie dürfen sich nicht sträuben. Sie können dem Freund Ihrer Alice, Ihrer Alice, aus dem Sumpf helfen.“ Sehr bleich und schmerzlich verzog der Kaplan das Gesicht: „Lassen Sie das, lassen Sie das, das sind schon nicht mehr Witze.“
„Pardon, hab ich falsch gemacht, bitte um Entschuldigung, Hochwürden, ist so meine Art Witze, ist mir vorbeigeraten.“
Dem Kaplan baumelte der Kopf vor der Brust, seine Hände falteten sich vor der schüsselförmigen Vertiefung, die sein Leib war: „Was soll ich mit der Dame, mit dem Mädchen machen?“
„Am besten, Sie stellen Sie auf den Kopf und schlagen ihr einen Nagel in jedes Ohr, dann steht sie bombenfest. Im übrigen lassen Sie sich von mir in flagranti erwischen.“
Der Herr im schwarzen Gehrock schwieg, dann
flüsterte er: „Das sind gräßliche Dinge.“ „Weiß ich.“ „Das sind ekle Sachen, Herr von Wahlen.“ „Weiß ich.“
„Bitte, eine Frage, Herr von Wahlen, mißbrauchen Sie mich nicht, Sie lieben Fräulein Alice Dufoult wirklich? Meine Frage wird Sie nicht kränken.“ Dabei sah er dem energisch ausschreitenden breitschultrigen Mann, dem der weiße Strohhut schräg tief in der Stirn saß, bettelnd in die zwinkernden grauen Augen. Sie schwenkten in die Fasanenallee ein; elegante Equipagen fuhren vorbei; der Herr neben dem Kaplan winkte und grüßte oft. Er kicherte, nervös belustigt: „Etwas komisch, wie Sie fragen, verzeihen Sie. Wenn Sie wollen: ich liebe Fräulein Alice; es liegt mir an ihr.“
„Und es erfreut Sie, wenn ich diese — Sache übernehme?“ Der muskulöse Herr im Strohhut blieb angewurzelt stehen, es fuhr ihm schneidig aus der Kehle: „Na, sind Sie komisch; ich komme doch zu Ihnen damit.“
„Dann will ich Ihnen behilflich sein, lieber Herr. Verzeihen Sie mir. Aber gehen wir doch weiter. Seien Sie versichert, leicht wird mir das alles nicht. Denken Sie nicht falsch von mir.“ Immer wieder errötete er und wich den scharfen Blicken des Leutnants aus. „Mal keine Redensarten, Hochwürden,“ damit klopfte er dem Kaplan auf den Rücken, „wir haben es alle nicht leicht. Wenn ich Ihnen erzählen würde von