und einmal war der Vater nicht da, und am nächsten Tage war der Vater auch nicht da. Da fragte Hinzel: „Wo ist denn Bill, Lenchen?“ Sie maulte: „Er ist krank und sitzt oben in seiner Stube.“ Aber wie er mit einer Speckschwarte hinaufgehen wollte zum alten Bill, um ihm das Bein einzureiben, stampfte Lene: „Er sitzt neben dem Schweinestall und schneidet Pfeifen aus Weidenholz.“ Hinzel fragte: „Für wen denn?“ Da nahm Lenchen ihre schöne rote Schürze, weinte: „Du hast mich nicht lieb,“ schluchzte sie, „mir tuen die Augen schon weh von dem vielen Weinen.“ Und sie erzählte, daß sie den Vater schon mit einem Karnickelfell und einem Fuchsschwanz geschlagen hätte, aber er holte sich doch immer wieder den Sack mit Brot und Kartoffeln, und dann geht er zu ihr und bleibt drei lange Tage und kein Mensch ist da. „Zu wem geht er denn, Lenchen?“

„Was kann hier nicht alles passieren. Mir tuen die Augen schon weh. Wenn ich sie bloß zu sehen kriege, kratz ich ihr das Gesicht entzwei.“

Hinzel hob traurig den Kopf.

„Ist es die Frau Kirbelei?“

„Die Hexe ist es, ja die Hexe,“ und Lenchen wurde ganz unbändig, schrie, daß Hinzel die Ohren klangen, warf sich lang hin auf die Diele.

Als der stille Hinzel gehört hatte, daß Bill zur

Hexe Kirbelei ging, schlich er nach Hause. Er kehrte viele Tage nicht wieder. Lene nahm, wie sie ihn kommen sah, einen Schrubber aus der Ecke, goß Wasser auf den Gang und scheuerte, daß die Nähte ihrer blauen Ärmel krachten. „Ich habe viel zu tun,“ sagte sie atemlos zu Hinzel, „komm ein andermal.“ Er kam am nächsten Morgen: „Heute habe ich Schoten zu knacken. So viel Schoten hab ich zu knacken, oh!“ Hinzel setzte sich mit ihr an die Schüssel, aber wie er den Haufen sah, bat er, sie möchte doch heut nicht alle machen. Der Vater Bill tue ihm solchen Herzenskummer an; er hätte so Angst vor Hexen. Ach wenn doch Bill nicht zur Frau Kirbelei ginge. Da wurde Lenchen wieder gut, streichelte und küßte den traurigen Hinzel.

Dem alten Bill aber versteckte sie das Essen; sie fütterte ihn mit rohem Salat und gab ihm salzige Schweinsohren zu essen. Und wenn er Durst hatte, lief sie ihm voraus, trank rasch das Bier aus und sagte unschuldig: „Es ist nichts da, ha, alles weg.“

Einmal klopfte Hinzel an die Fensterlade: „Ist Bill zu Hause?“ Da lachte Lene heraus: „Seine Stiefel sind ja entzwei, zerschnitten habe ich sie mit dem Messer, jetzt sitzt er unter der Traufe und muß Tropfen zählen.“

Wie nun Hinzel immer betrübter wurde und jammerte, daß sie nicht heiraten könnten und die