Als nach zwei Tagen der Abt Anton von Kremsmünster, Kammerpräsident, sie in seinem stillen Refektorium empfing, ein ehrerbietiger schlaffwangiger Herr, der überaus verschüchtert schien, wehmütig demütig um sich blickte, von Zeit zu Zeit entsetzt vor einer Motte zusammenfuhr und sich entschuldigend, fast weinend, sein Käppchen verlierend hinter ihr her durch das Zimmer rannte, vergeblich nach allen Seiten klatschend, schmerzvoll seinen Gästen die leeren roten Handteller zeigend, als er sie empfing, bat er mit dem Abgesandten des Königs von England und den Beratern des pfälzischen Kurfürsten getrennt verhandeln zu dürfen. Die Verbeugung wurde steif beantwortet; die deutschen Herren blieben den Bescheid schuldig, warfen sich ratlose Blicke zu. Dighby, ungeschlacht, wilder blonder Kinnbart, Fäuste in den Weichen, die beiden fixierend wie ein bekanntes absonderliches Tierpaar, machte eine demonstrierende Handbewegung: die Herren seien noch nicht so weit, sie würden wohl morgen antworten.
In ihrem Quartier, von Dighby aufgesucht und befragt, weigerten sie sich überhaupt zu antworten, würden sich erst beraten. Sie kämen selbständig für den Böhmerkönig und pfälzischen Kurfürsten, würden sich aber gewiß nicht trennen lassen in der Diskussion von England. Er fragte den Reitstock wirbelnd, ob sie der Verhandlung ein Bein stellen wollten, ob er also warten solle, bis sie etwa Kuriere zu ihrem Herrn schickten. Die Herren spien einsilbig Wörtchen aus den Mundwinkeln wie „Pflicht“, „unabänderlich“, „Beschluß“.
„Wollt mich tribulieren, ihr Herren von Heidelberg. Seid aber hier auf heißem Boden, wisset.“
Knauten: „Unabänderlich. Muß sein.“
„Können die Herren ihre Anliegen selbst betreiben. Scheinen zu glauben, ich wäre ihretwegen zur Stelle. Bin Gesandter des englischen Königs und Parlaments, das beleidigt ist. Das ist alles.“
„Gut. Gut. Verstehen. Der Herr verstatte.“
„Verstatte. Ich habe Zeit.“
„Unsere Dienste dem Herrn. Gott zum Gruß.“
„Nun, nun, die deutschen Herren. Machen wir Parlament oder Boxkampf?“
Schob seine blauseidenen Ärmel hoch, Stock zwischen den starken Zähnen, wies seine dicken Muskeldrähte. Minutenlang stand er da, wiegte die Arme. Sie gingen geduckt auf und ab, Hände auf dem Rücken. Er zog den zerknitterten Stoff wieder herunter, stampfte mit grobem Lachen hinaus.