„Redet Kaiserliche Majestät von Ihrem durchlauchtigen Schwager in Bayern?“

„Bildlich, Lord, und in Eurem Sinne. Er ist mein Freund, und ich kenne ihn. Segne Euch Gott, Lord, auf Eurem Weg. Seid gewiß, was ich Wünsche und Gebete an Euch wenden kann, wandert mit. Seid furchtsam, ich beschwör Euch, zittert vor ihm, als wäret Ihr Tag und Nacht von Gespenstern und Teufeln heimgesucht. Zittert; erinnert Euch daran, daß ich es Euch gesagt habe. Nehmt alles, was Ihr sehen und erfahren werdet, nicht für einen Ausdruck des Gemüts, sondern für etwas anderes, was Ihr spät entdecken werdet. Ich beschwör Euch, gedenkt meiner Worte. Fürchtet den Herzog, er ist stark; er hätte es verdient, statt meiner auf dem kaiserlichen Stuhl zu sitzen.“

„Ich bin glücklich, jetzt auf meinem rechten Platz zu stehen. Ich zittere, aber nur vor Ungeduld. Herzlichkeit ist mir unbekannt, Freude kann ich schwer in meine Sprache übersetzen. Meine Artillerie steht zu Diensten. Der Feind soll sich hüten.“

Ferdinand lachte kindlich, blickte ihn verschleiert an, strich ihm die Hand, klopfte ihm die Wange; er flüsterte: „Euer Hüftweh scheint schon behoben. Schlagt ihn nur nieder; in die Knie, Lord, in die Knie; so ist’s recht: aber Euch wird der Kopf abgeschlagen. Geht. Was kann ich noch für Euch tun? Wollet gut von uns denken.“

Als Dighby zurückkehrte in sein Quartier, noch nicht erholt von seiner Verblüffung, trat er zum Schlaftrunk, noch im weißen Überrock, den hohen, platten Filzhut auf dem Schädel, mit zerdrückter spanischer Krause, schütternd, lachend, armeausstreckend in Pavels Kammer: „Der Kaiser hat mir ein Bündnis angetragen. Wißt Ihr auch, gegen wen?“

Rusdorf schlich vom dunklen Eckschemel her, schaute ihm in das volle blutstrotzende Gesicht, auf das das Kerzenlicht fiel. Dighby klatschte in die Hände: „Bei Gott, ihr Herren. Gegen wen in Bayern? Unsere Sache steht ausnehmend gut.“ Und während er mit den flatternden roten Hosenbändern, weißbestrumpft um den Tisch ging, aus dem Glas schluckte, das ihm Rusdorf bot, schüttete er sein stolzes Lachen aus: „Ich verlange Räumung der besetzten Gebiete, Schadenersatz, Sühnegelder oder Land. So sprechen die Herren doch.“

Rusdorf: „Zunächst: was hat der Kaiser geboten?“

„Die Herren werden nachgeben müssen. Gewiß. Wir müssen zu einem Ende kommen; das ist notwendig. Gebt nach. England braucht Ruhe.“

„Das hat der Kaiser gesagt? Der Herr schien mit einem andern Ton herzukommen.“