„Jonas!“
„Hier das artige Becherlein. Ich bediene dich.“
„Wir wollen dich feiern, Jonas, morgen schenk ich dir deinen Zuckerzweig.“ Sie tranken, tranken. Jonas lachte manchmal herausplatzend schallend, bald fing auch der Kaiser an. Jonas schrie: „Herr Rektor, Euer Liebden haben keine rote Robe an. Es ehrt mich nicht genugsam.“
„Jonas,“ sagte nach einer Weile Ferdinand, „bring mir meinen Hund.“
Schon schlich der Zwerg davon. „Hier, Ferdel, hier ist das Hündelein.“
Es war eine Katze. Der Kaiser hatte sie auf den Armen, rang mit ihr. „Ich kann sie nicht halten.“ Jonas, mit einem Griff am Nacken, preßte sie ihm an die Brust; sie hielt still.
Die blauen großen Augen des Kaisers, die grellen Schlitze des Tiers. „Gebt mir Euer Messer, Herr Doktorande. Das Kätzlein muß mir sein Fell für einen roten Mantel verkaufen.“ Er vertiefte sich in den ängstlichen lauernden Blick, suchte sie plötzlich am Hals zu packen. Die Katze schlug um sich, der Zwerg zustürzend aber hatte ihr im Nu mit seiner scharfen Klinge den Hals durchgeschnitten. Während sie noch hell pfiff, spritzte, zappelte, auf die Steine kollerte, schlitzte er ihr kreischend knirschend das Fell von der Kehle bis zum Schwanz, riß es rechts links von dem heißen nassen Rumpf ab, von den zitternden Beinchen.
Ferdinand schluckte heftiger den Wein. Das dunstige blutende Fellchen legte er sich auf den Rücken, rieb sich die Finger.
Die Glocke schlug oben im Hof. „Jonas, lauf hinauf, ehe wir anfangen, dich zu feiern. Rasch. Spute dich. Sag meinem Leibdiener, du hättest einen Auftrag von mir zu bestellen. Sag’s dem Kammerherrn in meiner Vorkammer. Wenn man mich suchen sollte, — ich hielte Sitzung ab. Sie sollen’s dem Abt Anton bestellen. Hier hast du meinen Ring, und bring ihn gleich wieder.“
Der Narr schaukelte den Kopf: „Ich soll nicht erzählen, wo du sitzest?“