„Habt Geduld, Mansfeld.“

Christian kniete tobend, die Fäuste sich vor der Nase schüttelnd: „Gehört Euch jegliches Knöchelein meines Leibes, Herr Pfalzgraf. Ist noch nicht aller Tage Abend. Bin selber krank, bis ich nicht in Papistenblut gebadet hab.“

Sie schütteten sich am Tisch Wein in den Hals. „Herr Pfalzgraf, Mut!“

„Geht jeder von uns seiner Wege, ihr Herren“, stöhnte Friedrich, die feine diamantengeschmückte Hand vor den Augen.

Aber während der hitzige Bastard auf die Platte donnerte, schluckte der geschlagene Pfalzgraf hinter seinen verschränkten Händen Tränen mit Wein gemischt. „All verloren, all verloren“, schrie er in seiner Trunkenheit.

Ließ seinen Musterplatz dem Mansfeld. Nach Sedan brach er scheu auf, wo der Herzog von Bouillon wohnte, sein Oheim und Erzieher, der strenge Calvinist. Hielt mit der üppigen Elisabeth kleinen dürftigen Hof, jagte, schlug Ball.

Zu Lamormain, seinem Beichtvater, sagte der Kaiser: „Ich werde gedrängt, abzudanken.“

Erschreckt schloß der Pater den roten Teppichvorhang, der den offenen, nach dem Garten führenden Erker gegen die Schlafkammer abgrenzte, in der sich zwei Kammerdiener bewegten. Still sprach der Kaiser, mit den Knien an die Knie des Jesuiten stoßend, der dicht an ihn gerückt war: „Sie müssen aber noch Geduld haben, die mich drängen. Ich habe Pflichten gegen mein Haus. Mein Sohn hat Anspruch auf meine Unterstützung. Ich muß ihn in den Sattel setzen.“

Lamormain, in die Handteller blickend, schüttelte den geschorenen eckigen Kopf: „Majestät führen eine Regierung, die Gott und die Heiligen sichtbar segnen. Bis in die letzten Tage hinein. Wir müssen gehorsam gegen Gott sein; er hat seinen Willen ausgesprochen, es darf nicht beim Dank verbleiben. Sein Segen bindet.“