Dann legte er es vor Eleonore: „Sie sollen die Länder haben.“
Eleonore starrte ihn aus ihren inbrünstigen Augen an: „Wie ich dich beneide, Ferdinand, daß dir diese Wahl gegeben ist.“ Er lachte sie finster an. „Ich danke dir herzlich.“ Die Frau drängte sich unheimlich in seine Seele, in seine Entschlüsse.
Der Kaiser aber, welk und tief gereizt, wie er dieses knisternde, aus allen Balken brennende Leben neben sich fühlte, hatte das wilde Begehren, ihr etwas anzutun, sie auflodern zu sehen, leiden zu machen. Der Wunsch, Böses zu tun, war in ihm erwacht, der Zwang hatte in ihm das Gefühl der Rache hinterlassen. Tosend gab er nach. Zwischen den Zähnen knirschte er; während ihm der Schweiß auf die Stirn trat und die Augen in graue Höhlen zurückfielen und er ihre linke dünne Hand rieb: „Ich will dem Heiland zuliebe nichts versäumen; was ihm zu Ehren ist, wird mich leiten.“ Sie krallte sich an ihm fest und stöhnte. „Ja,“ seufzte er, hingeworfen mit ihr betete er, dann umschlangen sie sich.
In der Nacht ließ er einmal die Kaiserin rufen. Grimmig empfing er sie: „Bin ich wieder so weit, daß ich nicht weiß, wen ich rufen soll? Meine Narren, den blöden Grafen Paar? Blick mich nicht an.“
„Was ist?“ weinte sie über seinem Bett.
„Daß du zu früh triumphierst. Es ist die Spekulation, daß ich es nicht wage, den Friedländer zu rufen. Und ich rufe ihn, ich rufe ihn doch.“
„So tu es doch.“ Sie war hilflos.
„Er soll kommen, sag’ ich Euch. Die Augen werden Euch übergehen. Er soll Euch in Eisen schlagen, weil Ihr Euch vergreift an mir.“
„Was hab’ ich dir getan?“
Widerwillig legte er sich zurück: „Nichts, nichts, beim Heiland, nichts. Ich bin verloren, verkauft. Weiter nichts.“