Die zähe Übung ist also der Zauberstab, der grundlegende Schwächen des Gedächtnisses beseitigt. Und ein zäher Wille erreicht stets mehr, als die glänzendste Begabung eines haltlosen Menschen, bei dem nicht Not, Ehrgeiz oder Begeisterung den starken Willen zur Arbeit entwickeln halfen.

Man glaube ja nicht, dem Schöpfergeiste falle alles in den Schoß. Auch der Gipfelmensch muß rastlos arbeiten, üben, wenn er die Vollendung sehen will. Da hat z. B. ein Dichter eine „Leichenphantasie“ auf den frühen Tod eines Jünglings gedichtet, und darin wird vom Vater des Verstorbenen gesagt:

Zitternd an der Krücke,

Wer mit düsterm, rückgesunknem Blicke,

Ausgegossen in ein heulend Ach,

Schwer geneckt vom eisernen Geschicke,

Schwankt dem stummgetragnen Sarge nach?

Floß es „Vater“ von des Jünglings Lippe? (des Gestorbenen!)

Nasse Schauer schauern fürchterlich

Durch sein gramgeschmolzenes Gerippe,