Hasselstein [aufblickend.] Berta ist auch in Europa – sie ist vielleicht ganz nahe von Kringhausen – [leise, die Hände auf das Herz drückend] – und sie hat –
Norry [ernst.] Gegenwärtig weilt die Witwe unseres geliebten Kollegen hier in Kringhausen.
Hasselstein [aufspringend.] In Kringhausen? Oh, wird sie mir je vergeben, wird sie unerbittlich sein? –
Norry [ist unterdessen auf die Tür zur Linken zugegangen. Er öffnet sie jetzt und in tiefe Trauer gekleidet, tritt die junge und schöne Frau Hasselstein über die Schwelle. Auf den Armen hält sie ein weißes Bündelchen mit schwarzen Bändern.]
4. Auftritt.
Frau Hasselstein [auf sie blickend]. Berta! [Dann das Bündelchen bemerkend und alles darüber vergessend mit zitternder Stimme.] Ist das – ist das?? –
Berta [in Tränen ausbrechend.] Das ist alles, was mir auf Erden geblieben.
Hasselstein [schlägt langsam den Schleier zurück.] Ach Tochter, wie unsäglich reicher bist du doch als ich! [sie neigt sich über das Kind.] Wie heißt er?
Berta [leise.] Wie sein Vater.
Hasselstein [zögernd.] Ich war ungerecht – selbstsüchtig einst, Berta, – ich wollte, was ich besaß, nicht mit dir teilen und heute – oh heute könnte ich dich auf meinen Knien mit gefalteten Händen anflehen großmütig zu sein und – [leidenschaftlich] Berta, laß zu, daß sich meine Augen an deinem Schatze weiden. Führ ihn nicht wieder fort! Bleibe bei mir – bei der Mutter deines toten Gatten.