Er öffnete alle Türen für mich, begleitete mich die Treppe hinab, fragte mich ganz väterlich, ob ich wohl imstande sein würde, meinen Weg zur Elektrischen zu finden, und machte mich noch besonders auf die drei Stufen aufmerksam, die von der Villa zum Vorgarten führten. Hierauf reichten wir uns die Hände, und er wiederholte:
»Donnerstag um halb acht, ganz wie heute!«
»Und viel studiert bis dahin!« rief ich lachend zurück.
Wieder umgaben mich die Nebelwolken, doch schienen sie mir nicht so schrecklich wie vorher. Ich hatte in einem behaglichen Zimmerchen sitzen und recht munter plaudern können. Er war ja reizend, dieser kleine Chinese.
V.
| Lyksalig, lyksalig, hver Sjæl som har Fred, |
| Dog ingen kender Dagen för Solen gaar ned. |
| Dänischer Neujahrspsalm. |
V.
Weihnachten war gekommen und wieder vergangen, der Plumpudding war verspeist, die Mistelzweige entfernt, die Pantomimen zu Ende gespielt und die Knallbonbons verknallt worden. Ich hatte die beiden Feiertage wie immer bei Freunden in Brighton verbracht, bei denen ich immer warme Aufnahme gefunden.
Am Neujahrsabend war ich in das Ostende Londons, das sogenannte Verbrecherviertel gegangen, wo nahe der indischen Docks die dänische Seemannskirche liegt, und dort wohnte ich der Neujahrsfeier bei.
Um Mitternacht schritt ich durch die gefährlichen Gassen des Chinesenviertels, wo einem vor Lärm fast die Sinne vergingen. Aus allen Fenstern wurden Knallerbsen geworfen, kleine Pistolen krachten, Feuerräder wurden geschwungen, Raketen stiegen in die Luft, dazwischen schrien alle chinesischen Seeleute aus Leibeskräften, die fünffarbige Flagge wehte mir überall entgegen und rote Papierstreifen mit allerlei chinesischen Aufschriften waren gleichfalls sichtbar. Der dem Viertel sonst eigene Schmutz war heute verschwunden, und man konnte sogar Blumen vereinzelt auf Fenstern bemerken.