Wieder spielte das geheimnisvolle Lächeln um seinen bartlosen Mund.
»Das kann ich leider nicht sagen – ich war noch mit keiner Europäerin verheiratet und glaube überhaupt, daß es schwer ist, glücklich zu werden – für manche Charaktere wenigstens,« fügte er nachdenklich hinzu.
»Der Mensch betrachtet wohl alle Mädchen als eine unnütze Last der Erde,« dachte ich mir, als ich mich wieder über das gelbe Heft neigte und langsam buchstabierte:
»Ni s' Tsungo jen,« was »Sie sind ein Chinese« bedeuten soll.
Wenn ich damals gewußt, wenn ich nur entfernt geahnt hätte – aber die Binde der Unwissenheit verhüllte meinen Geist, und noch jetzt glaube ich, daß es ein Segen war.
III.
| ›Verlassen, verlassen, verlassen bin i!‹ |
| (Oesterreichisches Volkslied.) |
III.
Hoang-Zo war nach Paris gereist, wo er einige Wochen studieren wollte, und wo er sich um die Braut eines nach China zurückgekehrten Freundes zu kümmern hatte. Er schrieb mir einige sehr humoristische Karten, aus welchen keineswegs allzu großes Entzücken hervorklang, stellte seine Ankunft in London um Mitte November fest und empfahl mir mehrere gute Werke über die Philosophie des Ostens.
Auch für mich hatten die Winterfreuden meines Exils begonnen. Ein ganz besonders nebelreicher Herbst war angebrochen, und in den Zimmern war es so ungemütlich wie nur möglich.