Am andern Tage ist das Papier meist schon zum Drucken geeignet. Es muß seine matte, glanzlose Oberfläche haben, sonst ist es zu naß und zur Verwendung noch nicht tauglich. In einem solchen Falle lege man trockene Filtrierblätter ein.
Das Papier verliert nur sehr langsam von seiner Feuchtigkeit unter der Presse; eventuell können beim Nachsehen einige Blätter Filtrierpapier mit dem Schwamm nachgefeuchtet werden.
c) Die Druckfarbe.
Zum Drucken bedienen wir uns einer eigenen Firnisfarbe, der sogenannten »Kupferdruckfarbe«. Die Selbstbereitung dieser Farbe ist nicht allzuschwierig und stellt sich recht billig. Es führt sie nicht jede Farbenhandlung – in kleineren Städten wird sie überhaupt nicht zu haben sein; deshalb halte ich es für wichtig, auf die Selbstbereitung hier einzugehen:
Auf einer ebenen Steinplatte wird, (um gleich eine spezielle Farbe zu nennen) Kasslerbraun, ein Pulver, aufgeschüttet und mit Leinöl und Kupferdruckfirnis mittelst eines Spachtels zu einem Teig verarbeitet. Das Verreiben geschieht mittelst eines Stein- oder Glasläufers, bis der Brei recht glatt ist. Ist dies erreicht, dann wird dieser Masse etwa die Hälfte ihres Volumens braune Schmierseife zugesetzt und neuerdings innig verrieben. Die Farbe darf zuletzt nicht »rinnen«, sondern muß die Konsistenz einer festen Salbe besitzen. Gegebenenfalls verreibt man noch etwas trockenes Farbenpulver bis zur gewünschten Festigkeit. Bei dieser Gelegenheit kann man statt Kasslerbraun Rebenschwarz (Pulverfarbe) zusetzen, wenn man warmtoniges Schwarz dem vielleicht allzurötlichen Braun vorzieht.
Wie leicht einzusehen, hat die Schmierseife den Zweck, das Haften der Ölfarbe am feuchten Papier zu ermöglichen; auch zieht sich dieselbe beim Einschwärzen nicht zäh über die Kupferplatte, sondern läßt sich von den blanken Stellen glatt wegwischen, während sie die Striche füllt. Die Druckfarbe ist, wie der Fachausdruck lautet: »streng« oder »kurz«. Nach vollendeter Arbeit wird die Druckfarbe in eine Farbendose aus Blech mit hermetisch schließendem Deckel eingefüllt. Kupferdruckfarbe ist in Tuben oder Dosen gebrauchsfertig im Handel und wird in Geschäften für Malerrequisiten geführt.
d) Das Einschwärzen der Platte.
Abb. 8. Der Druckballen
(der untere Teil im Längsschnitt.)
Die sorgfältig gereinigte Platte wird nun etwas angewärmt und auf ein Brett gelegt. Mit einem schmalen Spachtel nimmt man etwas Kupferdruckfarbe auf eine Glas- oder Steinplatte. Hier wird sie mit dem Druckballen zunächst auseinandergewalzt. Auf der Bildfläche der Kupferplatte verreibt man ein entsprechendes Quantum Druckfarbe mit dem Druckballen, indem man ihn in wiegender Bewegung weiterschiebt und dabei auch tüchtig niederdrückt, bis die ganze Platte schwarz ist. Einen solchen Ballen stellt man sich auf folgende Weise her: