Auf einer kreisförmigen, dicken Holzscheibe (Durchmesser etwa 8 cm) wird im Mittelpunkte ein zylindrisches Holzstück, (eine lange Spule oder dergl.) befestigt; dann wird ein Säckchen mit Wolle gefüllt und so auf die Scheibe gelegt, daß die verbundene Öffnung auf das Holz zu liegen kommt, während die andere Seite des Säckchens eine pralle Halbkugelfläche bildet. Über das Säckchen und die Scheibe spannt man nun sehr straff ein Stück geschmeidiges, schwarzes Chevreauxleder (Glanzseite außen) und bindet es mit Draht oder dünner Rebschnur in vielen Windungen äußerst fest um die Handhabe. Den Durchschnitt dieses Druckballens zeigt [Abb. 8], die Anwendung [Abb. 9].

Abb. 9. Das Handhaben des Druckballens (Einschwärzen.)

Das Verreiben muß sorgfältig und gründlich vorgenommen werden, damit die Farbe alle Furchen auf der Platte ausfüllt. Ist dies erreicht, dann wird die Platte unter leichtem Druck mit einem trockenen Lappen blankgewischt. Gewaschene Organsinestücke eignen sich am besten dazu; sehr brauchbar sind die Reste von alten Spitzenvorhängen. Besonders reine Drucke erzielt man, wenn man nach erfolgtem Blankwischen den Handballen in Schlemmkreide taucht und die Platte damit noch sehr sanft überfährt. Sind jedoch Handabzüge beabsichtigt, so wird dieses Abwischen meist zu viel Farbe von der Platte wegnehmen. Es müßte dann umso kräftiger mit dem Beinstab gerieben werden, um den Erfolg zu erzielen, den der gewaltige Druck der Stahlwalzen bringt. Da ist es besser, die Farbe von der eingeschwärzten Platte mit einem breiten Spachtel aus Ebonit oder Celluloid abzuziehen in ähnlicher Weise wie man Paletten reinigt ([Abb. 10]). Die Schneide muß ganz gerade und an den Ecken abgerundet sein. Der Spachtel darf auch nicht steil gehalten werden! Jeder Zug geschieht mit erneut gereinigtem Werkzeug. Man setzt diese Arbeit bei größter Vorsicht so lange fort, bis das schwarze Bild vollends klar sichtbar ist.

Abb. 10. Spachtel zum Abziehen der Druckfarbe.

(Nicht für Anfänger!)

e) Der Abdruck.

Die so eingeschwärzte Platte wird mit einem sauberen Lappen an den Kanten bis scharf an die Bildränder geputzt, um die letzte Spur von Farbe davon zu entfernen. Auf ein Reißbrett wird starker Pappendeckel gelegt, auf diesen dann die Druckplatte (Bildseite nach oben!) Das gefeuchtete Druckpapier wird vorerst mit einer milden Borstenbürste auf der Bildseite gebürstet. Durch diese Aufrauhung wird die Papierfläche für die Druckfarbe empfänglicher. Das Papier wird dann mit der gebürsteten Seite nach unten vorsichtig und mit Berücksichtigung der zentrischen Lage auf die Platte gelegt, indem man es an zwei diagonalliegenden Ecken anfaßt und langsam niedersenkt. Man faßt das Papier bei allen nun folgenden Hantierungen mit zwei aus dünnem Kupferblech bestehenden gefalteten Blättchen an, damit es von den Fingern nicht durch die an ihnen haftende Kupferdruckschwärze beschmutzt werde. Vorher schon wurde ein Rahmen aus starker Pappe geschnitten, in den die Platte locker hineinpaßt, dessen ausgeschnittene Rechteckseiten also um 2 mm größer sind als die Plattenkanten. Der Rand des Rahmens muß sehr breit sein; er soll das Druckpapier ganz verdecken. ([Abb. 11]).