Es dauerte auch nicht gar lange, so rief Kolbi:

»Ein Canot! Ein Canot!«

Bei diesem Rufe sank William betend auf seine Kniee nieder und sendete ein heißes Dankgebet zu seinem himmlischen Vater empor: durfte er doch nun nicht mehr daran zweifeln, daß die Rettung nahe sei!

Seite 224.

Zweiundwanzigstes Kapitel.

Nach Verlauf von etwa anderthalb Stunden war das Boot der Insel bis auf einige Flintenschüsse nahe gekommen. William und Kolbi standen hart am Strande und streckten den Rettern flehend die Hände entgegen. Man winkte ihnen mit Mützen und Taschentüchern, man schien sie anzurufen; allein die Brandung des Meeres übertönte den Ruf der menschlichen Stimme.

»Kolbi,« sagte jetzt William, »wir Beide können schwimmen; komm, laß uns in das Meer stürzen und zu unsern Rettern hinüberschwimmen, die vielleicht durch die Furcht zurückgehalten werden, ihr leichtes Fahrzeug durch im Meere verborgene Klippen gefährdet zu wissen; ich glaube aber, daß man an dieser Stelle, trotz der heftigen Brandung, ohne Gefahr landen kann, und das wollen wir ihnen sagen.«

Kolbi war mit dem Vorschlage seines Freundes zufrieden; im Nu waren die Kleider abgeworfen und Beide sprangen beherzt in das Meer. Als das die Leute in der Barke sahen, setzten sie die Ruder, die bisher geruht hatten, wieder in Bewegung, und man steuerte getrosten Muthes auf die beiden kühnen Schwimmer zu, die man bald erreichte.

So wie William und Kolbi in der Nähe des Bootes angelangt waren, rief man ihnen in deutscher Sprache – o welch ein himmlischer Klang war die für das Ohr unsers Williams! – zu: sie möchten nur getrost an Bord kommen, und schon nach wenigen Minuten standen unsere Freunde mitten unter der Mannschaft.