»Ich werde sonst genötigt, es Ihnen einfach zu verbieten.«

»Ich werde auf dem Ball sein . . .«

»Nein, Sie werden nicht dort sein!!«

Sofja Petrowna war überrascht von der hölzernen Stimme, mit der er es sagte.

»Nein, ich werde dort sein . . .«

Es entstand eine drückende Stille; man hörte nur ein seltsames Röcheln in der Brust des Offiziers. Er griff sich nervös an den Hals und bewegte den Kopf, wie bemüht, eine schwere Entscheidung abzuschütteln; mit übermenschlicher Kraft unterdrückte er einen drohenden Ausbruch; er ließ sich still auf einen Stuhl nieder und blieb stockgerade sitzen; mit unnatürlich leiser Stimme begann er:

»Sehen Sie: ich habe Sie nicht mit Fragen belästigt. Sie selbst haben mich zum Zeugen des Vorgefallenen gemacht.«

Ssergeij Ssergeijewitsch konnte das Wort »roter Domino« nicht aussprechen; instinktiv fühlte er sich vor einem Lasterabgrund, dem seine Frau, auf abschüssigem Wege, entgegenrannte; wo in diesem sinnlosen Treiben das Lasterhafte lag, konnte sich Ssergeij Ssergeijewitsch nicht sagen, doch er fühlte, daß es sich hier nicht um einen einfachen Roman, nicht um Untreue, selbst nicht um einen Fall handelte. Nein, nein, nein; hier schwebte über dem Ganzen das Aroma satanischer Erzesse, die wie Blausäure für immer die Seele seiner Frau zu vergiften drohten, er wußte: wird seine Frau morgen bei Zukatows erscheinen, wird sie dort den ekelhaften Domino sehen, dann ist alles verloren: die Ehre der Frau, seine Ehre als Offizier, alles.

»Sehen Sie, nach all dem, was Sie mir sagten, muß es Ihnen klar sein, daß Sie sich mit ihm nicht treffen dürfen, daß dies eine Schande, eine Schande wäre; endlich gab ich das Wort, daß Sie nicht hingehen würden. Haben Sie Erbarmen mit sich, Sophie, mit mir und auch . . . mit ihm, denn sonst . . . ich, ich weiß nicht . . . ich bürge für nichts . . .«

Doch Sofja Petrowna empörte sich immer mehr über die freche Einmengung dieses fremden Offiziers; eines Offiziers noch dazu, der es gewagt hatte, in ihrem Schlafzimmer in einem so unanständigen Aufzug zu erscheinen: sie hob irgendein Kleidungsstück vom Fußboden auf (sie hatte erst jetzt bemerkt, daß sie selbst im vollständigen Neglige war) und warf es über sich, darauf drückte sie sich in eine Ecke; und von dort aus dem Halbdunkel sagte sie entschlossen, das Köpfchen bewegend: