»Vielleicht wäre ich auch nicht hingefahren, aber jetzt, nachdem Sie sich so eingemengt haben, gehe ich hin, gehe ich gerade hin!«
»Nein, das werden Sie nicht!!!«
»Was ist es?« Es schien ihr, als krachte im Zimmer ein betäubender Schuß; gleichzeitig tönte ein unmenschlicher Schrei: eine dünne, heisere Fistelstimme schrie etwas Unverständliches; ein eichener Mann sprang in die Höhe; ein Sessel fiel krachend um, und ein Faustschlag schlug das billige Tischchen entzwei, dann flog krachend die Tür ins Schloß, und alles war ruhig . . .
Die Masurka oben brach ab, Schritte und Stimmen wurden hörbar; schließlich begann der beunruhigte Nachbar mit einem Besenstiel am Boden zu klopfen, um damit von oben in gebildeter Weise seinem Protest Ausdruck zu geben.
Sofja Petrowna Lichutina saß zusammengekauert in der Ecke und weinte: zum erstenmal im Leben stand sie vor solchem Wutausbruch; der Mensch, der soeben vor ihr stand . . . das war kein Mensch, das war . . . nicht einmal ein Tier. Vor ihr hatte soeben ein wütender, toller Hund geheult.
Der zweite Raum des Senators
Das Schlafzimmer Apollon Apollonowitschs war einfach und klein: vier graue perpendikuläre Wände und ein einziger Fensterausschnitt mit weißen Spitzengardinen; ebenso weiß waren die Bettlaken, Handtücher und Kissenüberzüge; vor dem Schlafengehen des Senators spritzte der Kammerdiener die Bettlaken mit einem Pulverisator ein.
Apollon Apollonowitsch gebrauchte nur das Eau de Cologne des Petersburger Chemischen Laboratoriums.
Weiter stellte der Kammerdiener ein Glas mit Zitronenlimonade auf das Nachttischchen und entfernte sich dann, Apollon Apollonowitsch entkleidete sich selbst.
Mit großer Korrektheit zog er seinen Schlafrock aus, mit ebensolcher Korrektheit faltete er ihn zusammen und warf ihn geschickt über die Lehne des Stuhles; mit größter Korrektheit zog er dann auch Sakko und Hose aus; in gestrickter, fest anliegender, weißer Unterhose und im Hemd pflegte er vor dem Schlafengehen seine gymnastischen Übungen zu machen.