In diesem Augenblick sprang ein zehnjähriges Mädchen aus dem Mittelzimmer heraus; es sah in den soeben noch vollen, jetzt durch Leere schimmernden, verlassenen Saal. Am Eingang des Vorraumes ging leise die Tür auf; der geschliffene, diamantensprühende Türgriff bewegte sich geheimnisvoll, und in den schmalen Raum zwischen Tür und Wand schob sich vorsichtig eine schwarze Maske herein; zwei glänzende Funken leuchteten durch die Augenausschnitte derselben.

Das zehnjährige Kind gewahrte diese Maske mit den zwei bös funkelnden Punkten in den Ausschnitten, dann einen wallenden schwarzen Spitzenbart und schließlich einen atlasrauschenden, faltenreichen Domino; erschreckt führte das Kind die Finger zu den Augen, dann aber lächelte es freudig, klatschte mit den Händchen und lief mit dem Schrei: . . . »Die Masken sind angekommen!« durch die Flucht der Zimmer, in deren bauschigen Tabaksrauchwolken sich die Gestalt des Professors mit seinen Elefantenbeinen nebelhaft zeichnete.

Der Kreisverwaltungsbeamter, der inzwischen festen Fuß gefaßt hatte, sah verwundert den Domino an und faßte sich aus Verlegenheit wieder an den Bart; der Domino aber flehte ihn gleichsam stumm an, ihn nicht aus dem Hause in den Schmutz der Petersburger Straßen, in den bösen, dicken Nebel zu jagen.

»Sagen Sie, bitte, sind Sie eine — Maske?«

Schweigen.

Die Maske flehte; schweigend irrte sie durch den Saal.

Aus der Ferne kam inzwischen eine zwitschernde Schar, um den Domino zu sehen; doch bei seinem Anblick verstummte das lustige Gezwitscher und ging in ein hauchendes Flüstern über; endlich verstummte auch das Flüstern; eine schwere Stille trat ein.

Der arme Domino: als wäre er bei einem Vergehen ertappt — er neigte sich vor, und sein vorgestreckter roter Arm flehte gleichsam alle an, ihn nicht aus dem Hause in den Petersburger Straßenschmutz, in den bösen, feuchten Nebel zu jagen.

»Sag, Domino, bist du es am Ende, der durch die Petersburger Straßen herumläuft?«

»Meine Herrschaften, haben Sie heute die ‚Tagesneuigkeiten‘ in der Zeitung gelesen?«