Der Himmel war schon gestern gegen Abend ganz schmutzig gewesen; über Nacht ließ sich der Schmutz auf die Erde nieder; und der Nebel und alles verwandelte sich dann in schwärzliche Dunkelheit, aus der schreiend grell die braunroten Flecken der Laternen hervorstachen. Sofja Petrowna sah vor sich die unklaren Abrisse der langen Gestalt, und flehend bat sie ihn:

»Ich möchte eine Droschke.«

Die lange Gestalt ihres unbekannten Begleiters, eine abgetragene Mütze über den Kopf gestülpt, schwenkte den Arm gegen den Nebel, eine Droschke kam langsam näher.

Sofja Petrowna verstand nun alles; die traurige Erscheinung hatte eine wundervolle, kosende Stimme — eine Stimme, die sie unzählige Male gehört; erst vor kurzem, erst heute; ja, heute: im Traum; und sie hatte sie vergessen, wie sie vergessen hatte — den Traum selbst . . .

Er hatte eine wundervolle, kosende Stimme, aber . . . kein Zweifel; es war nicht die Stimme Ssergeij Ssergeijewitschs. Sie aber hatte gehofft, sie aber hatte gewünscht, dieser herrliche, freundliche, ihr fremde Mensch, wäre ihr Gatte gewesen. Aber ihr Gatte war nicht gekommen, hatte sie nicht aus der Hölle geholt; ein Fremder hatte es getan.

Wer mochte er sein? Wer?

Die unbekannte Gestalt erhob mehrmals die Stimme: die Stimme wuchs, wuchs und wuchs, und es schien, als wachse jemand riesengroß unter der Maske.

»Wer sind Sie doch?«

»Ihr alle verleugnet mich; ich aber folge euch allen. Ihr verleugnet mich, um dann nach mir zu rufen . . .«

Die lichte Erscheinung half ihr in die Droschke; als sie ihm aber flehend die zitternden Hände entgegenstreckte, legte er wieder den Finger auf die Lippen und befahl ihr zu schweigen.