Zornerfüllt stieß sie mit dem Füßchen gegen die Eingangstür; die Tür klappte mit lautem Krachen hinter ihrem Rücken zu. Finsternis umfing sie, das Unaussprechliche erfaßte sie wieder für einen Augenblick (so mußte es wohl im ersten Augenblick nach dem Tode sein). Aber Sofja Petrowna dachte nicht an den Tod, im Gegenteil, sie dachte an so einfache Dinge. Sie dachte daran, wie sie Mawruscha gleich befehlen würde, den Samowar aufzutragen, wie sie inzwischen ihrem Manne eine ordentliche Predigt halten würde (auf so was verstand sie sich: vier Stunden konnte sie es, ohne Aufatmen, fortsetzen), und wenn Mawruscha den Tee fertig serviert hatte — dann würde sie sich mit ihrem Manne versöhnen.

Sofja Petrowna klingelte. Gleich mußte sie den eiligen Schritt Mawruschas hinter der Tür vernehmen; aber sie hörte diesen eiligen Schritt nicht. Sofja Petrowna fühlte sich beleidigt und klingelte zum zweitenmal.

Mawruscha schläft natürlich; Sofja Petrowna braucht nur aus dem Hause zu gehen, da wirft sich die dumme Gans sofort ins Bett . . . Aber auch der Gatte, Ssergeij Ssergeijewitsch ist großartig: er wartete natürlich seit Stunden voll Ungeduld auf ihr Kommen, hörte das Läuten und merkte, daß die Bediente schlief. Und doch rührte er sich nicht! Der Herr ist beleidigt! Na, warte nur!

Du bleibst ohne Versöhnung und ohne Tee! . . .

Sofja Petrowna begann heftig zu läuten, einmal nach dem anderen, die Glocke prasselte nur so . . . Nichts, niemand! Sie neigte sich mit dem Ohr gegen das Schlüsselloch; und wie sie ihr Ohr lauschend am Schlüsselloch hatte, hörte sie hinter der Tür (in einem Werschok Entfernung) ganz deutlich: ein keuchendes Atmen und ein Reiben von Zündhölzern an der Schachtel: Herrgott Jesus Christus, wer mochte dort keuchen? Sofja Petrowna trat etwas zurück.

Mawruscha? Nein, sie war es nicht. Ssergeij Ssergeijewitsch? Ja, er war es. Aber warum schwieg er? Warum machte er nicht auf? Warum stand er hinter der Tür und keuchte?

Böses ahnend begann Sofja Petrowna, verzweifelt, an die filzbeschlagene Tür zu hämmern; Böses ahnend rief Sofja Petrowna:

»So macht doch auf!«

Hinter der Tür fuhr jemand fort keuchend zu atmen, regelmäßig und hastig:

»Ssergeij Ssergeijewitsch, lassen Sie es doch! . . .«