»Wieso — wen? Sie, Exzellenz, Sie!«
Apollon Apollonowitsch sah: eine Karyatide vor dem Portal: nichts weiter — eine Karyatide. Doch — nein, nein! Keine Karyatide, so eine hat er nie im Leben gesehen: diese hängt nur so im Nebel. Dort ist der Giebel eines Hauses: nichts weiter — ein Giebel; doch — nein, nein: es ist nicht einfach ein Giebel, wie auch alles andere nicht mehr einfach ist; alles hat sich verschoben, hat sich von den Wurzeln gelöst; selbst er hat sich von den Wurzeln gelöst; und er stammelte in die mitternächtliche Dunkelheit:
»Warum aber? . . . Bitte — bitte. Warum? . . .«
Apollon Apollonowitsch konnte es sich durchaus nicht denken, daß diese behandschuhte Hand, daß diese Beine, daß dieses müde, absolut müde (glaubt es mir!) Herz — unter der Einwirkung sich verbreitender Gase in irgendeiner Bombe im Nu sich verwandeln können sollte . . .
»Das heißt, wie meinen Sie das?«
»Aber eben so, Apollon Apollonowitsch — höchst einfach . . .«
Dann aber fügte Herr Morkowin hinzu:
»Sie dürfen sich durchaus nicht fürchten, Exzellenz, denn es sind die strengsten Maßregeln getroffen worden: wir verhindern es: eine unmittelbare Gefahr für heute oder morgen besteht nicht . . . In einer Woche aber werden Sie informiert sein. So lange gedulden Sie sich . . .«
Das ängstlich bebende Gesicht betrachtend, das, vom fahlen Laternenlicht beschienen, an eine Leiche gemahnte, dachte Herr Morkowin: »Wie alt er doch ist, die reinste Ruine . . .«
Aber mit kaum merklichem Krächzen wandte Apollon Apollonowitsch dem Männchen sein bartloses Gesicht zu und lächelte plötzlich, ganz trübe, wodurch sich unter seinen Augen gewaltige faltige Säcke bildeten.