»Ja, ich bin frei.«
»Dann, Kolenka, geh in dein Zimmer und sammle erst deine Gedanken. Entdeckst du in dir etwas, was wir zusammen besprechen können, dann komm in mein Arbeitszimmer.«
»Jawohl, Vater . . .«
»Apropos: leg’ diese Jahrmarktsfetzen ab . . . Aufrichtig gesagt, mir mißfällt das alles in höchstem Grade . . .«
»?«
»Ja, es mißfällt mir sehr! Es mißfällt mir in höchstem Grade!«
Die Tür fiel ins Schloß.
Nikolai Apollonowitsch blieb neben dem Tischchen stehen; sein Blick hüpfte über die Blätter der Bronze-Inkrustation, über die Nippsachen und die kleinen Etageren an der Wand. Ja, hier hatte er gespielt: hier war er oft lange gesessen — in dem Lehnstuhl mit den kleinen Girlanden auf dem blaßblauen Atlasbezug; und wie jetzt hing auch damals die Kopie vom Bilde Davids: »Distribution des aigles par Napoléon premier«. Das Bild stellte den großen Kaiser im Purpurmantel und mit einem Kranz auf dem Haupt dar, wie er den Arm gegen die Marschallversammlung ausstreckte.
Was wird er seinem Vater sagen? Wieder in qualvoller Weise lügen? Lügen, wo das Lügen schon nicht mehr nützt? Lügen, wo seine Situation jede Lüge eigentlich ausschließt? Lügen . . . Nikolai Apollonowitsch erinnerte sich, wie er in den fernen Kinderjahren gelogen hatte.