»Sie geruhten ein Briefchen durch den Boten zu schicken . . .«

»Sie sind im Hotel abgestiegen . . .«


Apollon Apollonowitsch legte eine Hand über die andere und saß vollständig ruhig und unbeweglich; es schien, als bewegten sich auch keine Gedanken in ihm: gleichgültig streiften seine Blicke über die Rücken der vielen Bücher, auf denen es goldig schimmerte: »Gesetzbuch des Russischen Reiches. Erster Band«. Dann weiter: »Zweiter Band«. Auf dem Tische lagen Papiere, schimmerte ein vergoldetes Tintenfaß, lagen verstreut Federhalter; auch lag dort ein Briefbeschwerer: ein Bäuerlein (der Untertan) mit einem Schnapsglas in der gehobenen Hand. Vor all den Sachen, vor den Federhaltern, vor den Papierhaufen saß Apollon Apollonowitsch mit gekreuzten Armen ohne jegliche Bewegung, ohne Zittern . . .


Apollon Apollonowitsch sagte nichts, er öffnete nur eine der Schubladen und nahm daraus ein Päckchen mit einem Dutzend Bleistiften heraus (sehr, sehr billiger); einige davon zog er hervor — und zwischen den Fingern des Senators knackten die zerbrochenen Stäbchen. In dieser Weise pflegte Apollon Apollonowitsch seine seelischen Schmerzen zu äußern: er brach Bleistifte auseinander, die zu diesem Zweck von ihm in der Schublade unter Buchstaben B sorgfältig aufbewahrt lagen.

»Gut, Sie können gehen . . .«


Trotz des Zerbrechens der Bleistifte gab er seine äußerliche Würde und Ruhe nicht auf, und niemand hätte es geglaubt, daß dieser steife Würdenträger kurz vorher, mühsam Atem holend und vor Rührung fast weinend, die Tochter einer Köchin durch den Schmutz nach Hause geleitet hatte.

Nachdem Ssemjonytsch sich entfernt hatte, warf Apollon Apollonowitsch die zerbrochenen Bleistifte in den Papierkorb und lehnte sich mit dem Kopf gegen den Sitz des schwarzen ledernen Lehnstuhls: das Greisengesichtchen verjüngte sich und er begann an seiner Krawatte zu zupfen, um sie in tadellose Ordnung zu bringen; er sprang jählings auf und begann durchs Zimmer zu schreiten: mit seiner kleinen Gestalt und den flatternden Bewegungen erinnerte Apollon Apollonowitsch lebhaft an seinen Sohn, ganz besonders an eine Photographie desselben von neunzehnhundertundvier.