»Hören Sie, Nikolai Apollonowitsch, ich muß gehen: in Ihrer eigenen Sache . . .«

»Ja, ja, ja: nur noch einen Augenblick . . . eine kleine Sekunde . . .«

»Schön, schön: ich höre zu . . .«

Nikolai Apollonowitsch sah jetzt aus, als wäre eine Inspiration über ihn gekommen; vor Freude vergaß er, daß der Knoten eigentlich noch nicht gelöst war; und daß — was die Hauptsache war: die Blechbüchse noch tickte und unermüdlich daran arbeitete, die vierundzwanzig Stunden zu überwinden.

»Wie eine Offenbarung war es: als wachse ich, wissen Sie, in die Unermeßlichkeit hinein, den Raum überwindend; ich versichere Sie: es war ganz real — und zugleich mit mir wuchsen alle Gegenstände: das Zimmer, die Aussicht auf die Newa, die Spitze der Peter-Paul-Festung: alles wuchs, dehnte sich; schon näherte sich das Wachsen seinem Abschluß (es gab einfach keine Raummöglichkeit mehr), da schien es mir: in diesem Abschluß, in dem Ende des Wachsens, in seiner Vollendung lag der Anfang von irgend etwas, lag etwas Fertiges . . . Und dieses ‚Etwas‘ war so unfaßbar und so unangenehm und so sinnlos; sinnlos aber vielleicht nur deswegen, weil mir das Organ fehlte, mit dessen Hilfe ich in diesem Sinnlosen, dem über den Abschluß Hinausreichenden einen Sinn gefunden hätte. An Stelle der sinnlichen Empfindung hatte sich eine ‚Null‘empfindung eingestellt; und das Wahrgenommene war keine Größe irgendwelcher Art, nicht einmal eine Null, sondern kleiner als eine Null. Die Sinnlosigkeit des Ganzen bestand vielleicht darin, daß die Empfindung — eine solche von ‚Null minus Etwas‘ war.«

»Hören Sie,« unterbrach ihn Alexander Iwanowitsch: »sagen Sie mir lieber: hat Ihnen Warwara Ewgrafowna Ssolowjowa einen Brief übergeben? . . .«

»Einen Brief? . . .«

»Ja, einen Brief? . . .«

»Ach, Sie meinen die Verse mit der Unterschrift ‚Flammende Seele‘?«

»Na, ich weiß es nicht; kurz: haben Sie einen Brief von Warwara Ewgrafowna bekommen?«