Und — o, hätte sie doch die Kraft!

Wie hätten sich die muskulösen Arme über die steinernen Schultern gereckt; und der von dem Meißel zerhauene Nacken — wie flöge er wild nach oben; in einem lauten, verzweifelten, langgezogenen Brüllen risse sich der Mund auf; du hättest gesagt: »Es ist das Brüllen des Sturmes« (so brüllten die schwarzen Tausende von Mützen der Huligans während der Pogrome). Wie aus einer Lokomotive würde sich auf die Straße ein Dampfstrom ergießen; die von der Straße losgerissene Balkonbalustrade würde erstaunt auf das Pflaster aufschlagen und in laut tönende, feste Steine zerfallen (so fielen bald darauf die Steine gegen die Fenster der Regierungsgebäude); zu einem Steinhagel würde dieses Meißelwerk werden, während es erst in der trüben Luft einen ebenso trüben wie blendenden Bogen bilden würde; und als blutige Splitter würden diese Hagelkerne auf den erschreckten Hüten der hier monoton, langsam, leblos Vorüberziehenden liegenbleiben . . .


An diesem grauen Petersburger Tage flog auf einmal die schwere, prächtige Tür auf; der graue, glattrasierte Lakai mit Goldtressen auf dem Revers sprang heraus, um dem Kutscher das Zeichen zu geben; die Pferde zogen wild an und rollten pfeilschnell den lackierten Wagen an das Portal heran; der graue Lakai mit dem glattrasierten Gesicht streckte sich mit dümmster Miene in Positur, während Apollon Apollonowitsch Ableuchow mit vorgebeugtem Rücken, unrasiert, mit krankhaft aufgedunsenem Gesicht und herabhängender Unterlippe seine schwarz behandschuhte Hand an den Rand des glänzend schwarzen Zylinders führte.

Apollon Apollonowitsch warf einen kurzen, von Gleichgültigkeit erfüllten Blick auf den Lakai, auf den Wagen, auf den Kutscher, auf die schwarze Brücke, auf die gleichmäßige Fläche der Newa, in der sich die dumpfe, vielschlotige Ferne zeichnete, während sich hinten aschgrau die Wassiljewski-Insel breitete mit den vielen Tausenden von Streikenden, die sie beherbergte.

Der stramme Diener schlug die Wagentür zu, die das alte Wappen, einen Ritter, von einem Einhorn durchbohrt, trug; der Wagen stürmte in den schmutzigen Nebel hinein, an der mattdunklen Riesensilhouette des Issakijdoms, an dem Reiterdenkmal des Kaisers Nikolaus vorbei, auf den Newskij, wo die Massen sich stauten, wo sich mit leichtem Säuseln der rote flatternde Stoff über die Straße spannte; die schwarzen Konturen des Wagens, die Silhouette vom Dreimaster des Lakaien durchschnitt plötzlich die schwarze, dichte Masse, aus der lauter Gesang dem Wagen entgegenschlug.

Der Wagen hielt in der Menge.

Fort, fort, Tomy!

»Mais j’espère . . .«

»Sie hoffen?«