Der Riese mit dem kupfernen Kopf war im Fluge durch alle Zeitepochen gezogen und schloß so den eisernen Ring bis zu diesem Augenblick ab; Vierteljahrhunderte zogen dahin; Nikolai stieg auf den Thron; die verschiedenen Alexander stiegen auf den Thron; Alexander Iwanowitsch aber, der Schatten, hatte sich vergeblich bemüht, den Ring zu überwinden: alle Zeitepochen zu durchlaufen, indem er die einzelnen Tage, Jahre, Minuten durchlief, indem er die feuchten Petersburger Prospekte durchwanderte — träumend, wachend, sich in Sehnsucht verzehrend . . . Und hinter ihm her, hinter allen anderen her klirrte das Metall, das die Existenzen zerschlug; krachten die metallenen Schläge — in leeren Fluten, in Dörfern, in den Städten; donnerten unter den Haustoren, auf den öffentlichen Plätzen, auf den Stufen der nächtlichen Haustreppen.
Es donnerten — die Zeitepochen; ich habe dieses Donnern gehört. Und du — hast auch du sie gehört?
Apollon Apollonowitsch Ableuchow ist — ein Schlag auf Stein; Petersburg ist — ein Schlag auf Stein; die Karyatide dort vor dem Portal, die sich bald lösen will — ist wiederum derselbe Schlag auf Stein; unvermeidlich ist die Verfolgung; und unvermeidlich sind — die Schläge; du kannst dich in deiner Dachkammer nicht verbergen; die Dachkammer ist Lipantschenkos Werk; die Dachkammer ist eine Falle; einrennen mußt du sie, einrennen . . . durch Schläge auf Lipantschenko!
Dann wird sich alles wenden; unter den Metallschlägen, die den Stein zerbröckeln, muß Lipantschenko in Stücke zerfallen; dann zerfällt auch die Dachkammer und zerfällt auch Petersburg selbst; die Karyatide wird zu Staub werden, und der nackte Schädel Ableuchows wird durch die Schläge, die Lipantschenko treffen, tödlich getroffen.
Alles, alles erhellte sich jetzt für ihn, als nach zehn Jahrzehnten der kupferne Gast bei ihm erschien und mit laut tönender Stimme sagte:
»Ich grüße dich, mein Sohn!«
Drei Schritte nur: ein dreimaliges Knattern der Bretter unter den Füßen des riesigen Gastes; mit seinem metallenen Hintern schlug der aus Metall gegossene Kaiser laut klirrend auf den Stuhl auf; der grünumsponnene Ellbogen, mit tönenden, glockenähnlichen Lauten sich vom Mantel befreiend, fiel mit seiner ganzen kupfernen Schwere auf das billige Tischchen; und mit langsamer, zerstreuter Bewegung griff der Kaiser vom Kopfe die kupfernen Lorbeeren; klirrend fiel der kupferne Lorbeerkranz vom Haupt.
Klirrend und prasselnd zog die tausendzentnerschwere Hand die rotglühende Pfeife hervor; und zwinkernd sprach er:
»Petro Primo Catherina Secunca . . .«
Er schob die Pfeife zwischen die starken Lippen, und der grüne Rauch des geschmolzenen Kupfers stieg in den Mondschein auf.