Da erst begriff Alexander Iwanowitsch, daß er umsonst durch all die Jahrzehnte gelaufen; daß die Schläge hinter ihm ohne jeden Zorn gedonnert haben; jene Schläge in den Städten, Dörfern, unter den Toren, auf den Treppen; er war ein seit Ewigkeit Begnadigter; und alles Gewesene — ebenso wie das Kommende — war nur ein visionäres Durchwandern, bis zum Trompetenruf der Erzengel.

Und — er sank zu den Füßen des Gekommenen:

»Meister!«

In den kupfernen Gesichtsfalten des Gastes leuchtete kupferne Melancholie; gutmütig legte sich auf seine Schulter die steinzermalmende Hand, und weißglühend brach sie ihm das Schlüsselbein.

»Macht nichts: sterbe nur, dulde . . .«

Der metallene Gast, in tausendgradiger Hitze, im Mond glühend, saß jetzt sengend vor ihm; ganz durchglüht, blendend weiß geworden, floß er über den gebeugten Alexander Iwanowitsch wie ein geschmolzener Eisenstrom; in vollständigem Wahn wand sich Alexander Iwanowitsch in der tausendzentnerschweren Umarmung: der kupferne Reiter ergoß sich mit seinem Metall in seine Adern.

Die Schere

»Herr, schlafen Sie?«

In seiner bleiernen Bewußtlosigkeit fühlte Alexander Iwanowitsch dumpf, daß ihn wer rüttelte.

»Herr, he? . . . Herr!«