Es gibt keinen Namen für diese Schändlichkeit, nein!
Ja, — doch sein Herz, von all dem Geschehenen erwärmt, begann langsam zu schmelzen; das eisigkalte Herzklümpchen wurde allmählich wieder ein Herz; erst hatte es sinnlos gepocht; jetzt pochte es mit bestimmtem Sinn; auch pochten in ihm die Gefühle; diese Gefühle erbebten ganz plötzlich in ihm; diese kleinen Erschütterungen erschütterten und verwandelten jetzt seine ganze Seele.
Soeben noch türmte sich jenes Ungeheuer von einem Hause als ein Massenhaufen steinerner Balkons über der Straße; wäre er über die gepflasterte Straße gelaufen, dann hätte er mit der Hand seine steinerne Ecke fassen können; aber es fing zu regnen an, und in dem Nebel begann diese steinerne Ecke zu schwimmen.
So schwamm jetzt auch alles andere.
Es begann zu rieseln, und das Ungeheuer aus ineinandergreifenden Steinen begann sich aufzulösen; nun erhebt es schon, aus dem Regen heraus — in den Regen hinein, seine leichten Spitzenkonturen, seine kaum merklichen Linien: ein wahrhaftiges Rokoko: das Rokoko verschwindet dann in einem Nichts.
In nassem Glanz blinken die Fenster, die Vitrinen; aus den Dachrinnen schießt ein Wasserstrahl hervor; auf die bleichen Trottoirs fielen von oben dichte, lange Tropfen, die tödliche Trockenheit des Trottoirs nahm eine dunkelbraune Farbe an; ein vorbeisausendes Gummirad spritzte Kot nach beiden Seiten.
Und so ging es und ging es weiter . . .
Nikolai Apollonowitsch verschwand unter den aufgespannten Regenschirmen der Passanten: die Prospekte schwammen in Dunst; es war, als schöben sich die Riesenkörper der Häuser aus dem Luftraum in irgendeinen anderen, unbekannten Raum; dumpf blinken von dort ihre Konturen herüber, der ineinander verworrenen Karyatiden, Spitzen, Mauern. Es schwindelte ihn: er lehnte sich gegen ein Schaufenster; etwas zersprang in ihm, flog auseinander; und — vor ihm erstand ein Stück seiner Kindheit.
Er sieht seinen Kopf auf dem Schoß der Gouvernante, der alten Nokkert, ruhen; beim Lampenlicht liest die Alte: