Gewiß, er wird keine Antwort von dem Traurigen bekommen, denn es gibt jetzt noch keine Antwort: die Antwort wird später kommen — in einer Stunde vielleicht, in einem Jahr, in fünf Jahren; vielleicht noch später — in hundert, in tausend Jahren; aber eine Antwort wird kommen! Jetzt aber würde der Traurige und Schlanke, den er nie vorher im Traum gesehen, der ein Unbekannter, doch kein einfacher Unbekannter, sondern ein geheimnisvoller Unbekannter war — jetzt würde dieser Traurige und Schlanke ihn nur ansehen und den Finger auf den Mund legen. Ohne sich umzusehen, ohne stehenzubleiben würde er weiter durch den Straßenschmutz gehen . . .
Und würde in dem Straßenschmutz verschwinden . . .
Aber ein Tag wird kommen.
Und all das wird sich in einem kurzen Augenblick ändern. Und alle unbekannten Passanten — alle, die im Augenblick der tödlichen Gefahr aneinander vorbeigegangen waren (irgendwo in einem schmalen Gäßchen), alle, deren unaussprechliche Blicke von diesem kommenden Augenblick gesprochen hatten und die dann in der Unermeßlichkeit verschwunden waren — alle, alle werden sie sich finden!
Die Freude dieser Begegnung wird ihnen niemand nehmen.
Ich gehe einfach so . . . und störe niemand
»Was ist das mit mir?« dachte Nikolai Apollonowitsch, »ich versank zu sehr unrechter Zeit in Träumereien.«
Es war keine Zeit zu verlieren . . . Die Zeit vergeht, inzwischen tickt die Sardinenbüchse noch immer. Das beste wäre: an den Schreibtisch zu gehen, das Ganze in ein Papier einschlagen, in die Tasche stecken und dann — zur Newa . . .
Er wandte bereits die Augen von dem Riesenbau, vor dem unter den steinernen Balkons der Unbekannte mit aufgespanntem Regenschirm stand; wieder ergoß sich der dicke Körperbrei mit den vielen Füßen an ihm vorbei — der Brei aus menschlichen Körpern, der hier immer floß, im Frühling, im Sommer, im Winter: der Brei aus immer gleichen Körpern.