»Sie blieben dann schließlich allein und lehnten gegen eine Vitrine; da begann es auch zu regnen . . . Ich lehnte mich auch auf der anderen Seite der Straße gegen eine Vitrine . . . Sie sahen mich fest an, taten aber, als merkten Sie mich nicht.«
»Ich erkannte Sie nicht . . .«
»Ich grüßte Sie aber . . .«
»Also,« dachte geärgert Ableuchow, »er verfolgt mich . . . Er will mich . . .«
Was wollte er?
Vor etwa zweieinhalb Monaten hatte Nikolai Apollonowitsch von Lichutin ein Briefchen bekommen, in dem dieser ihn sehr eindringlich bat, die Ruhe seiner heißgeliebten Gattin nicht zu stören. Das geschah nach der Szene an der Brücke; einige Sätze in diesem Briefchen waren zweimal unterstrichen, und auf dem Ganzen lag ein ernster Hauch, ein Zugwind aus Worten, könnte man sagen, wobei es nicht an dem Inhalt der Worte lag, sondern überhaupt . . . Und in seiner Antwort hatte Nikolai Apollonowitsch zugesagt . . .
Er hatte ein Versprechen gegeben und es — gebrochen.
Was ist das nur?
Zusammengedrängt blieben auf einmal die Passanten auf den Trottoirs stehen; auf dem breiten Prospekt war plötzlich keine Droschke zu sehen; weder das eilige Klatschen der Gummiräder noch das helle Aufschlagen der Pferdehufe aufs Pflaster war zu hören; die vorübergesausten Droschken bildeten am Ende der Straße, in der Ferne, eine unbewegliche schwarze Masse, während sie hier eine holzgepflasterte Leere hinterließen, in die der pfeifende Wind kaskadenartig hüpfende Schwärme rastloser Tropfen schleuderte.
»Sehen Sie doch nur hin!«