Ich weiß, was ich tue

Punkt zehn Uhr war Apollon Apollonowitsch mit dem Kaffee fertig.

Ins Speisezimmer pflegte er — wie wir wissen — immer kalt, streng, frisch rasiert, Eau-de-Cologne-Duft weit ausstrahlend, hineinzukommen, um seinen Kaffee nach dem Chronometer zu erledigen; heute aber war er unrasiert, unparfümiert, im Morgenrock, mit den Hauspantoffeln schlürfend, zum Frühstück erschienen.

Von halb neun bis zehn Uhr blieb er allein vor dem Tisch.

Er hatte die Korrespondenz unbeachtet gelassen, den devoten Morgengruß der Diener gegen alle Tradition nicht beantwortet, und wie die Bulldogge ihre speichelnde Schnauze auf die Knie des Herrn gelegt hat, hat sich dieser an dem Kaffee verschluckt, und seine rhythmisch schmatzenden Lippen riefen:

»He . . . wer ist da? Nehmt den Hund fort . . .«

Die Hand bröselte und knetete das französische Frühstücksbrötchen, während der versteinerte Blick unverwandt in den schwarzen Kaffeesatz auf dem Boden der Tasse starrte.

Um halb zwölf erinnerte sich gleichsam Apollon Apollonowitsch an etwas, fuhr unruhig-geschäftig auf seinem Platz auf und nieder; die Augen irrten hin und her und erinnerten an eine graue Maus; er sprang auf und lief mit perlenden Schrittchen, ein wenig zitternd in sein Arbeitszimmer, wobei der zurückgeschlagene Vorderschoß des Morgenrockes seine nur halb zugeknöpfte Unterhose sehen ließ.

Bald darauf trat auch der Diener ins Arbeitszimmer, um zu melden, daß der Wagen warte; wie angewurzelt blieb er aber an der Schwelle stehen.

Erstaunt sah er zu, wie sein Herr die massive Leiter über die weichen Samtteppiche rollte, von Bücherschrank zu Bücherschrank, wie er ächzend, stolpernd, keuchend, schwitzend, mit Gefahr für sein hohes Leben die Sprossen hinaufkletterte, um mit den Fingern die Bücher auf Staub zu untersuchen; den Diener erblickend, kaute er ein wenig verächtlich mit dem leeren Mund, ohne auf die Mitteilung über den unten wartenden Wagen etwas zu erwidern.