Mit der Hand über die Rückeneinbände klopfend, verlangte er nach einem Staubtuch.
Zwei Diener brachten ihm zwei Staubtücher; auf seinen Wunsch wurden ihm diese an einem Besenstiel hinaufgereicht; jeder der zwei Diener nahm eine Stearinkerze in die Hand; jeder der zwei Diener stellte sich — rechts und links — neben die Leiter hin und streckte den bald steif gewordenen Arm mit der Kerze nach oben.
»Höher mit dem Licht! . . . Nicht so . . . Nein, anders . . . Aber höher doch . . . noch etwas höher . . .«
Über den hohen Gebäuden jenseits der Newa ballten sich inzwischen rauchige, bauschige Wolken zusammen und hingen wie Knäuel aus Filz in der Luft; der Wind schlug gegen die Fenster; im grünlich-düsteren Zimmer herrschte Halbdämmerung; draußen heulte der Wind; und immer höher, höher streckten sich zwei Stearinkerzen an beiden Seiten der Leiter, die fast bis zur Zimmerdecke lief; dort ganz oben bewegten sich die Schöße des mausgrauen Morgenrockes hin und her und baumelten himbeerrote Quasten.
»Exzell . . .«
»Ist es eine Arbeit für Sie, Exzellenz . . .«
»Wozu mühen Sie sich nur selbst ab? . . .«
»Erlauben, Exzell . . . So was Unerhörtes . . .«
Apollon Apollonowitsch Ableuchow, der Wirkliche Geheime Rat, der oben in der Staubwolke stand, der konnte ja gar nicht hören. Ach wo: alles in der Welt vergessend, wischte er mit dem Staublappen die Einbandrücken, klopfte mit den Deckeln an die Leiter, bis er schließlich heftig zu niesen begann:
»Staub, Staub, Staub . . .«