Trotz des Schmerzes, den ihm das Fallen verursachte, erhob sich Nikolai Apollonowitsch sofort vom Parkettboden des Lichutinschen Arbeitszimmers und sah sich ängstlich nach einem Verteidigungspunkt um; diesen entdeckte er in einem schweren eichenen Lehnstuhl, der vor dem Schreibtisch stand, und hinter diesen flüchtete er; er sah komisch genug aus mit dem bebenden Kinn, den deutlich zitternden Fingern, von dem einzigen, instinktiven Streben erfüllt — noch rechtzeitig das Ziel zu erreichen: sich an den Lehnstuhl zu klammern. Hier würde er dem herannahenden Feinde ausweichen können; nach links, nach rechts, je nachdem von welcher Seite der Angriff nahen würde.
Oder: er könnte den Lehnstuhl als Waffe benützen; den Feind durch einen Stoß mit den Stuhlbeinen zu Boden werfen und, ehe dieser sich aufrichtet, das Fenster erreichen . . .
Schwer atmend und hinkend gelangte er an den Lehnstuhl.
Doch kaum hatte er ihn erfaßt, als er auf seinem Halse den sengenden Atem des Offiziers verspürte; er drehte sich um und erblickte ein verzerrtes Gesicht sowie eine gehobene Hand, deren fünf Finger auf seine Schulter niederzufallen bereit waren; das vor Wut gerötete Gesicht des Rächers starrte ihn mit versteinertem Blick an; niemand hätte in dieser Physiognomie das harmlose Gesicht des Offiziers wiedererkannt, der ehedem gleichmütig ein Zwanzigkopekenstück nach dem anderen als Strafe für dumme Witze an die Kasse seiner Gattin zahlte. Es war nicht eine Hand mit fünf Fingern, sondern eine Tatze, die die Schulter zermalmen müßte, wenn sie auf diese niederhieb. Behende sprang Ableuchow über den Lehnstuhl hinüber.
Die fünffingerige Tatze fiel auf den Lehnstuhl.
Ein Krachen ertönte; der Lehnstuhl stürzte um; eine unmenschliche, gellende Stimme drang an Ableuchows Ohr:
». . . denn da wird eine Menschenseele vernichtet!«
Eine ungelenke Gestalt jagte hinter der kleinen davoneilenden Figur her; aus dem geöffneten speichelnden Mund kamen heisere, gurgelnde Laute, wie ein dünnes Krähen, stimmlos und rot:
»Ich habe mich eingemengt . . . weil . . . verstehen Sie? . . . Diese ganze Sache . . . Diese Sache . . . das ist . . . Verstehen Sie es? . . . Das ist so etwas . . . Mich geht es persönlich nichts an . . . Ich bin ein Unbeteiligter . . . Aber — verstehen Sie? . . .«
Der irrsinnig gewordene Offizier hob über seinem Opfer die nervös zitternden Fäuste, und während es eine klatschende Ohrfeige erwartete, fuchtelte er mit ihnen in der Luft; der zu einem Häufchen Muskeln zusammengeschrumpfte Ableuchow wand und krümmte sich; aus seinem feige fletschenden Munde kamen stoßweise Worte: