Jedesmal wenn die Hand oder der Ellbogen des Wahnsinnigen eine scharfe Kurve machte, fuhr der an der Wand Stehende zusammen. Aber der besessene Offizier verfolgte ihn nicht mehr, er ließ sich in den Lehnstuhl nieder und kehrte seinem Opfer den Rücken zu; seine Ellbogen auf die Knie stützend, den Rücken gekrümmt, den Kopf tief in den Schultern vergraben, seufzte er und versank in tiefe Nachdenklichkeit.

Auf einmal stöhnte er:

»Allmächtiger Gott!«

Und wieder ein Stöhnen:

»Steh uns bei und beschütze uns!«

Nikolai Apollonowitsch benutzte dieses stille Delirium.

Er schob sich ein wenig vor und streckte sich; der Offizier wandte sich nicht um: der Paroxismus schien den Höhepunkt überschritten zu haben und war jetzt im Abnehmen; lautlos humpelte nun Nikolai Apollonowitsch zum Schreibtisch; er sah komisch genug aus in elegantem Gehrock mit abgerissenem Schoßteil, mit glänzenden Gummischuhen an den Füßen und herunterbaumelndem Kragenschal um den Hals.

Er erreichte den Schreibtisch: hier blieb er einen Augenblick stehen und horchte auf den Atem und das murmelnde Beten des Geisteskranken; dann streckte er vorsichtig den Arm und suchte den Briefbeschwerer zu ergreifen; wie fatal: über dem Briefbeschwerer lag ein ganzer Stoß mit Briefbogen.

Wenn sein Ärmel nur diese nicht streifte!

Aber tückischerweise hat der Ärmel doch das Papier gestreift; die Papierbogen fuhren auseinander und knisterten verräterisch; das riß den Leutnant aus seiner Nachdenklichkeit; sein Kopf wandte sich und erblickte Nikolai Apollonowitsch mit vorgestrecktem Arm, den Briefbeschwerer in der Hand; Nikolai Apollonowitsch blieb das Herz stehen; er sprang vom Tisch zurück und drückte den Briefbeschwerer fest in der Hand — für alle Fälle.