Aber in der Stimme klang auch Ärger; Scham und Ärger. Ssergeij Ssergeijewitsch biß sich fest auf die Lippen; in seinem Gesicht malte sich ein Kampf zwischen edelsten Gefühlen und häßlichen Erinnerungen; sein Gegner aber wandte ihm den Rücken zu, weinte und ließ mit sehr unangenehmer Stimme Worte fallen.
»Sie benutzten Ihre physische Übermacht, um mich . . . vor einer Dame . . . dahinzuschleifen, wie . . . wie . . .«
Die edlen Gefühle haben die Oberhand gewonnen; mit ausgestreckter Hand schritt Ssergeij Ssergeijewitsch Lichutin durch das Zimmer; aber Nikolai Apollonowitsch, der sich umgewandt hatte, sagte mit einer Stimme voll verhaltener Wut und — ach! — verspätetem Selbstgefühl:
»Wie . . . wie . . . einen Mehlsack . . .«
Hätte auch er die Hand ausgestreckt — Ssergeij Ssergeijewitsch wäre der glücklichste Mensch, in seinem Gesicht würde sich Milde spiegeln; seine edle Aufwallung hatte aber in dunkle Leere getroffen.
»Sie wollten sich überzeugen, Ssergeij Ssergeijewitsch? . . . Daß ich — kein Vatermörder bin? . . . Nein, nein, Ssergeij Ssergeijewitsch, Sie hätten sich vorerst überlegen sollen . . . Sie aber haben mich . . . wie einen . . . einen Mehlsack . . . Und haben mir den Rock zerrissen . . .«
»Den Rock kann man ausbessern!«
Und ehe Nikolai Apollonowitsch zu sich kam, lief Lichutin zur Tür:
»Marwruscha, einen schwarzen Faden! . . . Eine Nadel!«
Die aufgerissene Tür traf beinahe Sofja Petrowna, die dahintergestanden und gehorcht hatte; ertappt sprang sie auf die Seite, doch — zu spät; nun stand sie da, rot wie eine Pfingstrose und maß beide mit wütendem, vernichtendem Blick.