Eine Viertelstunde später befahl Apollon Apollonowitsch dem Kutscher, anzuspannen; eine halbe Stunde danach bestieg er den Wagen und noch in einer Viertelstunde danach wurde sein Wagen von einer gaffenden Menge im Weiterfahren behindert; doch: war es wirklich eine nur gaffende Menge?

Es schien etwas vorgefallen zu sein.

Nur durch die dünne Wand des Wagens war Apollon Apollonowitsch von der rebellischen Menge getrennt; durch die Scheibe sah er lauter Köpfe: Hüte, Mützen und mandschurische Pelzmützen; ganz in der Nähe erblickte er ein Paar zornblitzende Augen; er sah den weit aufgerissenen Mund des Lumpenkerls: der Lumpenkerl sang. Der Lumpenkerl rief ihm zu:

»Steigen Sie nur aus, es gibt keine Durchfahrt mehr.«

Der Stimme des Lumpenkerls gesellten sich weitere von ebensolchen Lumpenkerlen hinzu.

Da mußte Apollon Apollonowitsch seine Wagentür aufmachen; die Lumpenkerle sahen, wie ein alter Mann, dessen Oberlippe zitterte, aus dem Wagen stieg und mit der behandschuhten Hand den Rand seines Zylinderhutes hielt. Apollon Apollonowitsch sah vor sich aufgerissene Münder und eine Holzstange, von der, wellenartig die Luft durchschlagend, mit leichtem pfeifenden Geräusch ein rotes Tuch flatterte; aus der Menge ertönte es plötzlich:

»He, Hut ab!«

Apollon Apollonowitsch nahm seinen Zylinder ab und begann eilig, Wagen und Kutscher verlassend, sich durch die Menge zu drücken, um das Trottoir zu erreichen; bald lief er dann mit kleinen Schrittchen in die entgegengesetzte Richtung, von der Menge fort; aus den Läden, Häusern, Wirtshäusern, Seitengassen strömten schwarze Gestalten und versperrten den Weg; er arbeitete sich mit allen Kräften durch und erreichte — endlich — eine leere Seitenstraße, aus der eine . . . Abteilung Kosaken . . . dorthin . . . sprengte . . .


Verschwunden waren die Kosaken; die Straße war leer; man sah in der Ferne noch die Rücken der Reiter; und in der anderen Richtung den Rücken eines alten, eilig dahintrottenden Mannes mit hohem Zylinder auf dem Kopfe.