»Was denn?«
»Darf denn nicht eine Frau, eine treue Frau, eine vierzigjährige Frau, die Ihnen ihr Leben gewidmet hat, — eine Frau wie ich, eine . . .«
Ihre Ellbogen fielen auf den Tisch.
»Was murmeln Sie dort, meine Liebe? Sprechen Sie deutlicher . . .«
»Darf denn nicht eine Frau wie ich . . . eine bejahrte Frau . . . darf sie nicht fragen . . .«
Lipantschenko drehte sich in seinem Lehnstuhl um.
Die Worte schienen in ihm etwas geweckt zu haben; für einen Augenblick blitzte etwas wie Reue in seinem Gesicht auf; halb schüchtern, halb kindlich kapriziös zwinkerte er mit den Äuglein; er schien etwas sagen zu wollen, aber getraute sich doch nicht; er dachte langsam über etwas nach: vielleicht darüber — wie seine Lebensgefährtin ein Geständnis von ihm aufgenommen hätte; sein Kopf senkte sich; er keuchte und blickte verstohlen von unten herauf.
Aber die Anwandlung von Aufrichtigkeit verging bald; die Aufrichtigkeit selbst fiel zurück auf den dunkeln Grund der Seele. Er wandte sich wieder seinem Kartenspiel zu.
»Hm, ja, ja . . . Zu der roten die schwarze . . . Und wo ist nun die Dame? . . . hier ist die Dame . . . Jetzt kommt der Bub . . .«
Plötzlich warf er Sofja Sacharowna einen prüfenden, mißtrauischen Blick zu; seine kurzen, mit goldig glänzenden Haaren bedeckten Finger hoben die Karten ab.